Polizei und Staatsanwalt ermitteln

Kita-Chefin mit falschen Papieren?

Rödermark - Vermutlich mit gefälschten Zeugnissen hat eine Frau einen Kindergarten geleitet. Der Trägerverein hat sie fristlos entlassen und Anzeige erstattet. Von Michael Löw 

Die Kindertagesstätte eines freien Trägers hatte monatelang eine Leiterin, der die Qualifikation für diese Aufgabe fehlte. Der Verein hatte am Abend des 26. Mai einen Tipp bekommen, dass die Papiere der Leiterin möglicherweise falsch sind, sagte ein Vorstandsmitglied gestern gegenüber unserer Zeitung. Die wiederum hatte am Donnerstag einen entsprechenden Hinweis erhalten. Am nächsten Morgen, also am 27. Mai, konfrontierte der Vorstand die Frau mit dem Verdacht und stellte sie zunächst vom Dienst frei, um die Vorwürfe zu entkräften. Nachdem sie die Frist hatte verstreichen lassen, folgte die fristlose Kündigung. Der Vorstand erstattete bei der Polizei Anzeige wegen Urkundenfälschung.

Am 28. Mai informierte der Trägerverein Sozialdezernent Jörg Rotter, wenige Tage danach die Eltern. Alle fragen sich jetzt: Wie kann so etwas passieren? Die nunmehr gekündigte Leiterin hatte schon als Erzieherin in der Kita gearbeitet. Sie wurde vom Vorgänger des aktuellen Vorstandes eingestellt. In beiden Gremien arbeiten ausschließlich Ehrenamtliche.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

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Als die Kita Anfang Februar ihre Öffnungszeiten erweiterte und eine neue Betriebserlaubnis beantragte, prüfte die Kreisverwaltung zahlreiche Unterlagen - darunter auch die Qualifikation des Personals. Selbst die Profis in Dietzenbach schöpften keinen Verdacht. Kreissprecherin Kordula Egenolf wollte den Vorfall nicht kommentieren: „Hier gibt es eine Ermittlung der Staatsanwaltschaft. Deshalb sagen wir nichts.“

Nachdem die Leiterin gefeuert war, fand der Kita-Verein keinen Ersatz. Erzieherinnen sind bekanntlich Mangelware. Die Stadt half schnell: Eine Erzieherin aus einer Ober-Röder Tagesstätte wird für zwei Jahre als Chefin an den Verein ausgeliehen. „Wenn die Einrichtung eines freien Trägers nicht läuft, hat auch die Stadt ein Problem“, begründet Sozialdezernent Rotter die Unterstützung.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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