Magistrat will Eltern stärker zur Kasse bitten

Kita-Gebühr steigt Jahr für Jahr

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Rödermark - Kindergärten werden 2014 wieder teurer. Der Magistrat will der Stadtverordnetenversammlung regelmäßig wiederkehrende Gebührenerhöhungen von bis zu drei Prozent über sechs Jahre vorschlagen. Von Michael Löw

Sozialdezernent Jörg Rotter bestätigte gestern, was Eltern gegenüber unserer Zeitung als Kita-Buschfunk gemeldet hatten. Die hoch verschuldete Stadt legt bei der Betreuung ihrer 758 jüngsten Bürger jedes Jahr rund 5,3 Millionen Euro drauf. Einnahmen (Elternbeiträge, Kreis- und Landesmittel) von knapp 2,8 Millionen Euro stehen mehr als acht Millionen Euro Personal- und Sachkosten gegenüber. Die Stadtverordnetenversammlung hatte den Magistrat Anfang des Jahres aufgefordert, die Einnahmen um 100.000 Euro per anno zu steigern. Dabei sollte er zwei Möglichkeiten prüfen: Gebühren, die nach dem Einkommen der Eltern gestaffelt sind, oder regelmäßige Erhöhungen für alle. Im Gespräch sind zwei beziehungsweise drei Prozent.

Nach Gesprächen mit Eltern, Kita-Leiterinnen und den freien Trägern favorisiere der Magistrat diese so genannten linearen Steigerungen, sagte Sozialdezernent Jörg Rotter. Zwei Prozent müssen Eltern mehr zahlen, wenn die Stadt ihre 105 Erzieherinnen weiter wie bisher bezahlt. Werden sie zwei Gehaltsgruppen höher eingestuft, schlägt die Stadt ihre Gebühren um drei Prozent auf.

Was drei Prozent mehr im Einzelfall bedeuten, rechnet Rotter am Ganztagsplatz vor, der schon im Frühjahr 2013 29 Euro teurer wurde und seither 180 Euro im Monat kostet. Nächstes Jahr - der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest - steigt die Gebühr auf 185 Euro, übersteigt 2017 erstmals die Marke von 200 Euro und liegt 2019 bei 215 Euro. Das Parlament muss den Erhöhungen aber noch zustimmen. Die Mehreinnahmen steigen von 45.000 Euro im nächsten Jahr auf 285.000 Euro im Jahr 2019.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

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Laut Rotter will die Stadt mit den höheren Kita-Beiträgen aber nicht nur das Defizit begrenzen, sondern auch die Erzieherinnen besser bezahlen. Er wolle dem Magistrat vorschlagen, die Besoldung um zwei Stufen anzuheben, sagte der Erste Stadtrat auf Nachfrage unserer Zeitung. Das steigert die Personalkosten um jährlich 190.000 Euro, ist seiner Ansicht nach aber unumgänglich: „Wir spüren schon jetzt deutlich einen Erzieherinnenmangel. Und das wirkt sich mittelfristig negativ auf die Betreuungsqualität aus.“ Rödermark müsse sich auf einem „leer gefegten Personalmarkt“ gegen Kommunen behaupten, die ihr Kita-Personal schon jetzt deutlich besser bezahlen. In Ober-Roden und Urberach fehlten am 1. Dezember fünf Erzieherinnen. Aus diesem Grund habe die Fachabteilung Kinder auch neun befristete Stellen in feste Arbeitsverhältnisse umgewandelt.

Rödermarks neuer Sozialdezernent, selbst Vater von zwei Kindern, weiß, dass die zweite Gebührenerhöhung innerhalb eines Jahres bei Eltern kaum auf Gegenliebe stoßen wird - zumal die nächsten Erhöhungen ja folgen. „Aber die bieten auch Eltern eine gewisse Sicherheit und fallen nicht so hoch aus wie dieses Jahr“, wirbt Rotter um Verständnis. Ein kleiner Trost für größere Familien: Der 50-Prozent-Rabatt fürs zweite und jedes weitere Kind bleibt erhalten.

Quelle: op-online.de

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