100 Jahre im Dienst der Kinder

Erzieherin Melanie Charitou-Abel und ihre Kindergruppe beim Malen. Ihre Sprösslinge kommen schon bald in die Schule. Fotos: Pelka

Ober-Roden (bp) - Im Hof des Forums St. Nazarius erinnert eine Madonna an die 100-jährige Geschichte des katholischen Kindergartens dieser Gemeinde. Schon vor 100 Jahren versammelten sich Kinder vor der Muttergottes andächtig zum Gebet - oder sie spielten vor ihr ausgelassen im Hof.

Damals betreute eine einzige Schwester etwa 40 Kinder. Und es gab noch die so genannten Fräuleins als Helferinnen. Aktuell kümmern sich neun Erzieherinnen um 70 kleine Rödermärker. Gestern stellten Pfarrer Elmar Jung und die Kita-Leiterin Christine Großebörger die Aktivitäten im Jubiläumsjahr vor.

Als Einrichtung in der katholischen Gemeinde Ober- Roden besitzt der Kindergarten St. Nazarius eine lange Tradition, die eng mit der Schwesternstation am Ort verbunden ist. Seit 1912 (und bis 1963) wurden im Gemeindehaus an der jetzigen Heitkämperstraße viele Generationen von Ober-Röder Kindergartenkindern in eine nach der Familie nächstgrößere Gemeinschaft eingeführt, von Nonnen und später auch Laienhelferinnen betreut und in der damals „Kinderschule“ genannten Einrichtung fürs Leben geprägt.

1963 folgte, noch in Trägerschaft der Ordensschwestern, der Umzug ins neue neue Schwesternhaus mit Kindergarten in der Pfarrgasse, der bis 1971 in der Verantwortung des Ordens blieb. Danach ging die Trägerschaft auf die katholische Pfarrgemeinde über. 1995 trat dann nach 18 Monaten Bauzeit an die Stelle des alten Schwesternhauses eine neue, moderne Kindertagesstätte. Sie bietet Platz für 75 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren mit einer Betreuungszeit von 7 bis 15 Uhr. Anfänglich wurden 15 Plätze mit Mittagessen angeboten. Inzwischen sind es 30 Kinder, die das Mittagessen dort einnehmen können. Die Stadt finanziert die Kita zu 85 Prozent.

Mehr auf Bedürfnisse der Familien eingehen

Die pädagogischen Anforderungen haben sich in den vergangenen 100 Jahren immer wieder geändert. Gleich geblieben sind aber die Vermittlung der christlichen Werte und der Schwerpunkt, den Kindern einen Lebens- Erfahrungs- und Lernort für den Glauben zu geben. Das geschieht über Konfessionen hinweg. 25 Prozent der betreuten Kinder sind Moslems.

In Zukunft will die Pfarrgemeinde noch mehr auf die Bedürfnisse der Familien eingehen können und deswegen die Kita in den nächsten drei Jahren zum Familienzentrum umgestalten. Das Bistum Mainz begleitet diesen Prozess durch einen Trainer.

Kontakt: Kita (06074/97843, kita.nazarius@web.de), Heimat und Geschichtsverein (reprohaus@t-online.de).

Der Heimat- und Geschichtsverein hat sich bereit erklärt, eine Ausstellung und eine Festschrift zum 100-Jährigen zusammenzustellen. Hierfür werden noch Fotos aus den verschiedenen Jahrzehnten benötigt. Die Kita ruft deshalb alle Ehemaligen auf, alte Fotos zur Verfügung zu stellen. Die Bilder können in der Kindertagesstätte bei Christine Großebörger oder bei Herbert Schneider vom Heimat- und Geschichtsverein abgegeben werden. Jeder wird seine Fotos wieder zurückbekommen.

Quelle: op-online.de

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