KL-Trasse rückt in weite Ferne

Urberach ‐ Herber Rückschlag für die erhoffte Verkehrsentlastung von Urberachs Hauptstraßen: Hessens Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) hat die Pläne für die so genannte KL-Trasse - einen möglichen Ausbau der Kreisstraße 180 und der Landesstraße 3317 - auf Eis gelegt. Von Michael Löw

Der Widerstand in Messel, wo diese Straßen zusammentreffen, war zu groß. Die Gemeindevertretung hatte Mitte März den Anschluss der K 180 an den „Eppertshäuser Knoten“ der B 45 abgelehnt. Just das aber war eine zentrale Forderung des Eckwertepapiers vom August 2009, in das Rödermärker Kommunalpolitiker große Hoffnung gesetzt hatten. Über die KL-Trasse wollen sie Urberach - mindestens - von jenen 1 500 Autos am Tag entlasten, die der Neubau der Südumgehung Offenthals auf Konrad-Adenauer- und Traminer Straße bringt.

Dem Eckwertepapier der Kommunen Rödermark, Dreieich, Messel und Eppertshausen sowie der Kreise Offenbach und Darmstadt-Dieburg hatte im Dezember auch die Messeler Gemeindevertretung im Grundsatz zugestimmt. Doch ihr Nein zur Anbindung der K 180 an die B 45 machte jene Einmütigkeit zunichte, die Voraussetzung aller weiterer Maßnahmen des Eckwertepapiers, darunter auch besagte Untersuchung zum Entlastungseffekt der KL-Trasse für Urberach, war. „Mit der Absage der Gemeinde Messel ist deshalb eine Umsetzung des Eckwertepapiers nicht möglich“, sagte Marion Jäkle von der Pressestelle des Verkehrsministeriums.

Ratlosigkeit in Rödermark

Die Entscheidung aus Wiesbaden hat Rödermärker Kommunalpolitiker in tiefe Ratlosigkeit gestürzt. „Die schon erhobene Klage (gegen die Ortsumfahrung Offenthal, Anmerkung der Redaktion) wird fortgeführt. Mündliche Verhandlung beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel ist am 22. Juni“, erklärte Bürgermeister Roland Kern gestern Mittag auf Anfrage ungewohnt wortkarg.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Gensert hält diese Klage für den falschen Weg - zumal Kern sie nach einem Grundsatzbeschluss ohne endgültige Zustimmung des Parlaments eingereicht habe. „Mit einer Klage gegen die Offenthaler Umgehungsstraße können wir weder die Prüfung noch die Öffnung der KL-Trasse erzwingen“, sagte Gensert.

Zusammen mit ihrem Kooperationspartner SPD gehen die Christdemokraten nun auf Konfrontationskurs gegen die Nachbarn im Süden. Gensert: „Nachdem die einvernehmliche Lösung leider gescheitert ist, fordern wir eine qualifizierte Prüfung der KL-Trasse unabhängig vom Eckwertepapier.“ Im Klartext: notfalls auch gegen den Widerstand aus Messel.

Quelle: op-online.de

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