Faulgas senkt Stromrechnung

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Am Haken eines Autokrans schwebte das neue Kläranlagen-Blockheizkraftwerk an seinen Standort unterhalb des Faulturms.

Ober-Roden (lö) - Ein neues Blockheizkraftwerk soll die Kläranlage wirtschaftlicher machen. Es verbrennt pro Jahr 250.000 Kubikmeter Faulgas und erzeugt 550.000 Kilowattstunden Strom.

Damit kann die Kläranlage ihren Bedarf zu 40 Prozent (bisher: 28 Prozent) decken und drückt ihre Stromrechnung um 82 .500 Euro. Die 170 .000 Euro, die die Kommunalen Betriebe Rödermark (KBR) investiert haben, rechnen sich also in gut zwei Jahren.

Das 1997 installierte Blockheizkraftwerk ist technisch in die Jahre gekommen, begründet der Erste Stadtrat Alexander Sturm den Austausch. Die in nächster Zeit unvermeidlichen Reparaturen sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht unsinnig.

Der wesentliche Unterschied zwischen altem und neuem Blockheizkraftwerk ist der Wirkungsgrad bei der Energieerzeugung. Er steigt von 26 auf 38 Prozent. Ein optimiertes Faulgas-Management ermöglicht eine kontinuierlichere Stromerzeugung: Die alte Anlage lief 16 Stunden pro Tag, ihr Nachfolger erzeugt täglich 20 Stunden Strom.

Täglich 20 Stunden Strom

Die Abwärme wird auf der Kläranlage dringend für die Aufheizung des Faulbehälters benötigt, damit die Gaserzeugung, ein biologischer Faul-Prozess, im Reaktor stattfinden kann. Hierbei muss eine Temperatur von 36 bis 38 Grad erreicht werden. Mit der Wärme des Blockheizkraftwerks heizen die KBR das Betriebsgebäude der Kläranlage und versorgen es mit warmem Wasser.

In den Jahren 2007 bis 2009 haben die KBR mehrere Millionen Euro investiert, um die Reinigungstechnik der Kläranlage zukunftsfähig zu machen. Das Abwasser, das jetzt in die Rodau geleitet wird, erfüllt höchste Anforderungen. Seither richteten die KBR ihr Augenmerk auf Maßnahmen zur Steigerung der Energie-Effizienz. Mit einem Jahresverbrauch von 1,35 Millionen Kilowattstunden ist der Stromverbrauch ein großer Kostenfaktor. Sturm: „Mit dem neuen Blockheizkraftwerk wird hier der Hebel zur Reduzierung angesetzt.“

Quelle: op-online.de

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