Drillinge an der Kläranlage

Klapperstorch kam zu Familie Storch

+
Die frisch gebackenen Storcheneltern von der Kläranlage sind nicht zu übersehen. Ihr Nachwuchs dagegen hält sich lieber bedeckt.

Ober-Roden - Zum ersten Mal seit gut 70 Jahren zieht ein Storchenpaar in Rödermark wieder Junge groß. Die Störche von der Kläranlage Ober-Roden sind Dreifach-Eltern geworden.

Der Weißstorch – vor 30 Jahren in Hessen so gut wie ausgestorben – brütet seit 2014 wieder im Kreis Offenbach, und 2016 siedelte er sich wieder in Rödermark an. Das ist dem Naturschutzbund (NABU) zu verdanken, der der Stadt 2014 erstmals vorgeschlagen hatte, eine Nistplattform aufzustellen.

Dem Vorsitzenden Dr. Rüdiger Werner war’s schon damals klar, dass die Kläranlage mit den Feuchtwiesen drumherum ein idealer Standort für ein künstliches Storchennest ist. „Nach meiner Auffassung bieten die Wiesen und Äcker rund um Ober-Roden auch heute noch genug Nahrung für zwei bis drei Storchenpaare“, sieht Dr. Werner gute Chancen für eine größere Population. Der NABU wollte den Vogel, der sein Wappentier ist und entlang der Gersprenz schon lange brütet, auch an der Rodau heimisch machen. Bürgermeister Roland Kern und Erster Stadtrat Jörg Rotter waren schnell für die Idee zu begeistern, dazu kam die Unterstützung vieler Einzelspender.

Im März 2016 wurde die Nistplattform aufgestellt, wenige Wochen später wurde sie von den ersten Störchen inspiziert. Allerdings blieb es im ersten Jahr bei sporadischen Besuchen. 2017 ließ sich ein Storchenpaar für viele Wochen an der Kläranlage nieder, allerdings ohne zu brüten. Denn ein Partner war im Mai 2015 als Nestling in Klein-Auheim beringt worden und damit noch nicht im Fortpflanzungsalter. Das hat sich dieses Jahr geändert. Hielt sich das gleiche Pärchen noch bis Mitte März in Münster auf, zog es wenig später nach Rödermark um, wo es sich an Ostern paarte. Nach rund 32 Tagen Brutzeit war es dann so weit: Die ersten drei Storchenkinder seit 70 Jahren haben in Rödermark das Licht der Welt erblickt.

In Tangermünde brütet der Storch über dem Standesamt

Noch sind sie vom Boden höchstens dann zu sehen, wenn sie ihre hungrigen Schnäbel den Eltern entgegenstrecken.

In den kommenden Wochen wollen Stadt und NABU klären, ob es möglich ist, auf dem Gebäude der Kläranlage eine Webcam zu installieren, um die Entwicklung des Nachwuchses beobachten können. Außerdem will der NABU im Herbst weitere Nistplattformen aufstellen. (lö)

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare