Kommentar:Klare Worte von Richtern

Rödermark - Gleich zweimal innerhalb weniger Tage entschieden Darmstädter Gerichte über Streitfälle aus Rödermark. Am Montag wies das Verwaltungsgericht die „Pizza nein danke“-Klage zurück: 24 Nachbarn hatten verhindern wollen, dass Francesco Colella in seinem Reihenhaus in der Saalfeldener Straße ein Lokal mit 16 Plätzen eröffnet. Von Michael Löw

Dieser Teil des Breidert sei de facto ein reines Wohngebiet. Und dort habe Gastronomie nichts verloren, argumentierten sie. Das Verwaltungsgericht stellte hingegen klar, dass die Saalfeldener Straße in einem allgemeinen Wohngebiet liegt, wo durchaus Pizza gebacken und verkauft werden darf. Nachbarn, so die Richter, hätten die mit einem ordnungsgemäßen Betrieb verbundenen Belästigungen hinzunehmen.

Lesen Sie auch den Artikel zu diesem Thema:

Pizzeria im Reihenhaus rechtens

Ein bisschen guten Willen von beiden Seiten vorausgesetzt, könnte im Breidert also wieder nachbarschaftliche Ruhe einkehren. Anders sieht‘s in der Urberacher St. Gallus-Gemeinde aus, da schwinden die Chancen auf ein christliches Miteinander zusehens. Vorm Landgericht standen sich am 21. August Pfarrer Klaus Gaebler und sein Kritiker Werner Spamer gegenüber. Die 23. Zivilkammer sprach in öffentlicher Verhandlung zwar einen Vergleich aus, doch der war eine Niederlage für die Gemeindespitze. Die habe nämlich einen Vertrauensbruch begangen, als sie einen Brief Spamers an Pfarrer Gaebler in Kopie nach dem Gottesdienst verteilt hat, urteilte das Landgericht und drohte für den Wiederholungsfall eine saftige Geldstrafe an. Von unserer Zeitung um eine Stellungnahme gebeten, ging der Seelsorger auf Tauchstation. Der Rechtsstreit, den rund 30 Urberacher Katholiken live verfolgten, sei ein interner Vorgang, teilte er per E-Mail mit. Brücken bauen kann man mit solchen Äußerungen nicht.

Nach so viel Zwist und bösen Worten zum Schluss noch eine schöne Sache. Die Turnerschaft Ober-Roden hatte ihrem rührigen Geschäftsführer Norbert Eyßen einen Reisegutschein geschenkt - als Dank für sein Engagement beim Bau des neuen Allwetterplatzes. Eyßen überwies gestern den Gegenwert von 280 Euro auf das Spendenkonto des Kunstrasenplatzes. Nicht er, sondern die Gemeinschaft der TS-Mitglieder und Sponsoren habe das Projekt erst möglich gemacht. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © op-online

Kommentare