Klaus Trautmann aus Ober-Roden

Sammel-Leidenschaft: Mini-Laster als Laster

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Wohl dem, der so einen Hobbykeller hat. Zehn solcher selbstgebauter Regale beherbergen den ganzen Stolz von Klaus Trautmann: 1 100 Trucks und Zugmaschinen.

Ober-Roden - Bananenlaster, Brummis mit Milchsilos im Schlepp, Autotransporter oder Lkw mit Gummibärchen-Anhänger: Große Fahrzeuge stehen im Kleinformat bei Klaus Trautmann in der Ringstraße im Keller. Von Christine Ziesecke

Der 55-jährige Elektriker sammelt seit vielen Jahren Zugmaschinen und Trucks. Aber jetzt ist Schluss mit dem schönen Laster, rund 1 100 Exemplare reichen - meint die Familie. Zumindest darf kein neuer Ausstellungskasten mehr ins Treppenhaus - meint die Familie. Klaus Trautmann ist sich da noch nicht so sicher: „Ja, es ist offiziell Schluss. Aber ich kann doch gar nicht anders. Wenn ich irgendwo hinkomme, auch im Urlaub, muss ich immer zuerst in die Spielwarenläden.“ Allerdings wurde er da gerade sehr enttäuscht: „Auch in Mallorca gibt’s wie überall nur noch Spielzeug oder Plastikkram -und das will ich nicht.“

Seine Laster haben alle ein Metallgehäuse und sind maßstabsgerechte echte Modelle, und in seinen Regalen ist jedes Stück ein Unikat: „Die Doppelten wandern in Kartons oder bekommen die Enkel zum Spielen.“ Eigentlich hat die Sammelleidenschaft in der motorsportbegeisterten Familie mit Tourenwagen angefangen. Doch dann begleiteten die Trautmanns Bekannte, die Besitzer des „Truck Racing Team“, zu den großen Rennen auf dem Nürburg- und dem Hockenheimring. Und damit begann die Leidenschaft fürs Lkw-Sammeln. Auch sein Bruder (in Maßen) und sein Schwiegersohn sammeln – Letzterer Feuerwehrautos in bescheidenem Umfang, die ebenfalls in Trautmanns Keller Zuflucht gefunden haben.

Klaus Trautmanns Modelle parken in selbstgebauten Schaukästen hinter Plexiglas. Richtig dran darf eh niemand, auch das Staubwischen mit dem Pinsel erledigt er selbst. „Das ist so eine typische Winter- oder Regenwetterarbeit. Vor kurzem habe ich sie mal wieder saubergemacht, alle aus den Vitrinen heraus auf den Tisch geräumt und neu sortiert: nach Hängerzügen, Silozügen und dem großen Rest der Aufleger. Mir ist nie langweilig.“ Früher hat er auch größere Modelle gebaut, den Renntruck seiner Bekannten etwa. Jetzt erweitert er nur noch seine Sammlung bei Flohmärkten oder beim Wiesenmarkt in Erbach. Er selbst würde jedoch nie ein Exemplar verkaufen, schon gar nicht online: „Ich möchte keinen Handel, sondern sammle nur für mich.“

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Normalerweise bezahlt Klaus Trautmann nie mehr als drei Euro pro Modell. Sollte er mal ein ganz besonderes Schmuckstück für fünf Euro oder mehr entdecken, handelt er erst mal. Früher hat er in Ausnahmefällen auch mal mehr ausgegeben, etwa 80 Mark für den Milleniums-Sattelzug – das täte er heute nicht mehr, zumal es kaum noch etwas gibt, was er nicht hat. „Für mich waren normale Lkw immer das Wichtigste, aber dann bekam ich die ersten amerikanischen Trucks geschenkt und so ging das dann weiter. Manchmal, wenn ich so einen Haribo-Laster sehe, weiß ich nicht mehr genau, welches der Modelle ich schon habe...“ Was Klaus Trautmann auf alle Fälle hat und auch zu schätzen weiß, ist eine sehr geduldige Frau Ruth, seit 35 Jahren mit ihm verheiratet und immer noch mit ihm und 1 100 Trucks zusammen...

Quelle: op-online.de

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