Ein kleines Stück vom Tierhimmel

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Vor mehr als zehn Jahren hat Bettina Markovic-Grimm das Pony Blessi aus einem Keller in Dreieich gerettet. Mittlerweile ist es schwach und gebrechlich. Doch die Reiterhofbesitzerin käme nie auf die Idee, es deshalb einschläfern zu lassen.

Urberach ‐ Bettina Markovic-Grimm kümmert sich um Pferde, die von ihren Besitzern wie ein ausrangiertes Sportgerät einfach in die Ecke gestellt wurden. Auf dem „Birkenhof“ in Rödermark dürfen sie in Würde altern und sterben. Von Michael Löw

Das Schicksal der Stute Hannah rührt auch Hartgesottene zu Tränen. Völlig verwahrlost und abgemagert stand sie in einem Stall in Ober-Roden, zu ihren Hufen lag ein totes Fohlen. Ein paar Tage noch, und Hannah wäre ebenfalls am Ende gewesen. Bettina Markovic-Grimm holte sie aus dem Elend heraus, seither futtert Hannah auf dem „Birkenhof“ ihr Gnadenbrot. Und hier darf sie eines Tages sterben.

Vor 14 Jahren hat Unternehmerin Markovic-Grimm den Reiterhof auf der Bulau gekauft und betreut dort Pferde bis zu ihrem Tod. „Bei uns sterben die Tiere zuhause, keines wird zum Abdecker gebracht“, sagt sie. Elf Pferde starben seit 2001 eines tiergerechten Todes. Im Internetportal „Regenbogenbrücke“ halten die „Birkenhof“-Leute die Erinnerung an sie lebendig.

Fassungslosigkeit und Wut mischen sich

Was Bettina Markovic-Grimm heilig ist, ist etlichen anderen Reitern egal. Selbst teure Turnierpferde würden an Metzger verhökert, wenn sie älter werden und die Siege ausbleiben. Ihre Besitzer verwechseln Lebewesen offenbar mit einem Sportgerät, das sie nach Gebrauch einfach wegwerfen.

1997 kam über Umwege ein Hengst zu ihr, der früher einmal dem Weltklassereiter Paul Schockemöhle gehörte. Der letzte Besitzer wollte Petite Amour zum Metzger bringen, Bettina Markovic-Grimm rettete ihn - zum Kilopreis für Schlachtvieh.

Fassungslosigkeit und Wut mischen sich, wenn Bettina Markovic-Grimm, die seit mehr als 30 Jahren reitet, vom Schicksal ihrer Gnadenbrötler erzählt. Dann nämlich erlebt sie das Gegenteil von Tierliebe. Das Pony Blessi rettete sie 2000 aus dem Keller eines Wohnhauses in Dreieich. Nach dem Tod ihres Besitzers vegetierte Blessi wochenlang vor sich hin, weil sie der Familie des Verstorbenen schlicht und einfach lästig war. Der eigene Mist reichte Blessi bis zum Bauch.

Quelle: op-online.de

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