Kluge Gedanken zur EU aus Ober-Roden

Ober-Roden - (lö) Detlef Althaus aus Ober-Roden ist einer von 150 Bundesbürgern, die am Wochenende im Auswärtigen Amt in Berlin Ideen zur wirtschaftlichen und sozialen Zukunft Europas sammeln.

Der 51-jährige Orthopädie-Schuhmachermeister wurde zufällig für die Deutsche Bürgerkonferenz ausgewählt: Er hatte sich im Internet an einer sechsmonatigen Debatte zur Frage „Wie viel Europa darf‘s in Krisenzeiten sein?“ beteiligt.

Althaus vermisst Ehrlichkeit in der Politik, da will er in Berlin auch kein Blatt vor den Mund nehmen. „Lassen Sie nicht nur von Wahl zu Wahl den Münchhausen raushängen“, fordert er von den Volksvertretern. Derzeit fühle sich der Bürger „betrogen und nicht gehört“. So würden immer neue Milliarden ins deutsche Gesundheitssystem gepumpt, ohne dass die Patienten etwas davon hätten. Im Gegenteil: Die Krankenversicherung wird teurer, die Leistungen werden weniger. Das bekommt Althaus auch in seinem Geschäft zu spüren.

Die Deutsche Bürgerkonferenz ist Teil der Europäischen Bürgerkonferenzen (European Citizen‘s Consultations, ECC). Insgesamt suchen 1 500 Menschen in 27 EU-Ländern nach Empfehlungen für ein europäisches Wirtschafts- und Sozialmodell. Am Wochenende finden in acht EU-Mitgliedsstaaten Bürgerkonferenzen statt. Die deutschen Teilnehmer können sich über Video mit denen in Portugal und Lettland austauschen. Die Ergebnisse aller Konferenzen fließen in eine „Europäische Bürgererklärung“ ein, die am 10. und 11. Mai in Brüssel, dem Sitz der EU-Kommission, verabschiedet werden soll.

In den ECC haben sich 40 Partner - Stiftungen, regierungsunabhängige Organisationen, Universitäten und Denkfabriken - zusammengetan. Die deutsche Konferenz wird unter anderem von der Robert-Bosch-Stiftung finanziert.

Quelle: op-online.de

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