Sternsinger machen Kassensturz

Knapp 15.000 Euro gesammelt

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Ein schöner Moment für alle Sternsinger: Nach dem Abschlussgottesdienst wurden wie hier von Diakon Eberhard Utz im Gemeindezentrum von St. Gallus die gesammelten Süßigkeiten aufgeteilt - und das im Warmen bei wunderbaren 21 Grad Zimmertemperatur.

Rödermark - Die Sternsinger der Kirchengemeinden St.  Nazarius und St.  Gallus haben fast 15.000 Euro für Kinder in Kenia gesammelt. Aber auch die Sternsinger selbst gehen keinesfalls leer aus: Wahre Berge an gespendeten Süßigkeiten wurden als Lohn verteilt.

Frohe Kunde nach zwei bis drei Tagen Bibbern: Ausgerechnet die nicht gerade kältegewohnten Weisen aus dem Morgenland haben am Wochenende auf Rödermarks Straßen ganz schrecklich gefroren; doch alle sind nach Auskunft der Aktionsleiter Wilma Gotta (St. Nazarius) und Diakon Eberhard Utz (St.Gallus) gesund nach Hause gekommen. „Am ersten Tag hatte sie noch zwei Paar Socken an, gestern hat sie vier Paar übereinander gezogen“, berichtete eine Mutter von ihrer Tochter beim Abschlusstreffen. Denn die Kälte von unten nagte am meisten. Ebenso stolz wie bibbernd zeigten die Sternsinger auf ihren Wegen durch die großen Ortsteile ihre zwiebelschalenartige Verpackung, bei der stets ein wehender Königsmantel mit Turban oder Krone alles darunter verhüllte.

Darauf freuen sich die Ober-Röder Sternsinger alle Jahre wieder: Nach ihrem Gesang im Altenpflegeheim Haus Morija und im Hauses Mamre bekommen sie als süßes Dankeschön stets einen riesigen Schokoladenweihnachtsmann.

Bei Morgentemperaturen von bis zu minus 13 Grad war selbst das Wasser auf der Pferdekoppel eingefroren, weshalb Manuela Murmann froh war, dass sie mit ihrer Gruppe freitags die Adressliste abgearbeitet hatte und zu ihren Pferden gehen konnte. Doch die Kinder kamen und sangen sich warm - an all jenen Häusern, deren Besitzer um den Dreikönigs-Segen gebeten hatten, bis hin zu den evangelischen Kirchen. In der Wagnerstraße wurde eine der sechs Urberacher Gruppen an einem ganz besonderen Eingang erwartet. Hier hat die 87-jährige Susi Heberer an den Steinen rund um ihre Haustür alle mit Kreide gemalten Segenssprüche seit 1991 stehen. Jener für 2017 kam nun senkrecht neben der Tür dazu.

Oft werden die Sternsinger auch in die Häuser hinein gebeten, so etwa bei Familien, die Kranke im Haus haben oder die den Sternsingern etwas Wärme gönnen wollten. Dann sangen sie oft am funkelnden Christbaum ihre Segenslieder. Die knapp 30 Sternsinger in Urberach wurden mittags im Gemeindezentrum verpflegt, die 35 Ober-Röder Kinder bei Familien. Mit dabei waren stets auch Begleiterinnen und Begleiter, die zumeist selbst schon als Kinder mitgelaufen sind, so wie Jana Hitzel und Julissa Kiehl auf ihrem Weg durch Waldacker. Sie schrieben oder klebten auch den Segen an die Türen, da ihre Arme etwas weiter reichten als jene der kleinen Könige. Die nahmen dafür in ihren Schatzkisten die Spenden und in ihrem Bollerwagen die Süßigkeiten in Empfang, die ihnen geschenkt wurden. Sie wurden alle gesammelt und zum Abschluss im Forum St. Nazarius und im Galluszentrum mit einem herzlichen Dankeschön verteilt.

Hessische Sternsinger bei Angela Merkel

Das ist immer ein Moment, auf den sich alle Sternsinger fast ebenso freuen wie auf ihr noch bevorstehendes Dankeschön-Essen. Die gesammelten Süßigkeiten liegen in der Mitte und werden von den Organisatoren verteilt, Stück für Stück, sehr zur Erheiterung der wartenden Eltern am Rand. Doch die Kinder sind nicht übermütig, die vorbereiteten Tüten werden nicht überstrapaziert. Alles, was dann noch übrig ist, geht weiter an den „Rödermärker Brotkorb“. Von der „Sternsinger-Chefin“ Wilma Gotta geehrt wurden bei der Verteilaktion in Ober-Roden auch noch zahlreiche Sternsinger. Für Moritz Schrod, Juri Heel, Amelie Gfrörer, Emily Hartfiel und Robin Schubert war"s die dritte Teilnahme, für Mara Schrod, Sophie Ziegler, Gabriel Alberen, Paola Perner und Sandra Hitzel die fünfte. Zehn Jahre dabei sind Florian Brehm, Yvonne Kiehl und Anna Beetz.

Das Schönste an der Aktion ist neben der Freude der beteiligten Kinder allerdings die Spendensumme, die in diesem Jahr wieder an Kinderhilfsprojekte weitergegeben werden kann. In St. Nazarius kamen nach dem ersten Kassensturz mehr als 8 400 Euro, in St. Gallus mehr als 6 500 Euro zusammen. Die genaue Summe wird noch bekannt gegeben, dürfte sich aber weiter erhöhen. (chz)

Quelle: op-online.de

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