Abschied von Topf und Löffel

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Florian Brehm und Dennis Cerveny, die diesjährigen Zeltlager-Leiter, hatten ein Fest für ihre ausscheidende Küchenchefin Sofie Beck organisiert und sie damit völlig überrascht.

Ober-Roden (chz) - Zum letzten Mal durfte Sofie Beck die Essensglocke läuten: Mit einem kleinen Fest bedankte sich die Kolping-Jugend bei ihr.

Viele ehemalige Betreuer und Teilnehmer waren ins extra aufgestellte Zelt auf dem Kirchengelände Waldacker gekommen. Dort hatte das Zeltlagerteam unter der Leitung von Florian Brehm und Dennis Cerveny eine bis zuletzt geheim gehaltene Überraschungsparty organisiert. Nach 22 Jahren hat Sofie Beck mit 82 Lenzen jetzt buchstäblich die Löffel abgegeben – gemeint sind die großen Holzkochlöffel, die sie im Zeltlager schwang.

22 Jahre lang war Sofie Beck jeden Sommer mit der Kolping-Jugend auf großer Fahrt und hatte mit ihrem Team dort zeitweise für 150 und mehr Menschen gekocht. Von morgens bis abends war die Köchin auf den Beinen. „Bis auf zwei Stunden über Mittag, da haben wir dann meist auf den harten Bänken gelegen“, schilderte sie ihre seltenen Pausen.

Vier Generationen Lagerleitungen

Vier Generationen Lagerleitungen hat die Küchenchefin erlebt. Und sie hat nie gefehlt: „Es hat immer so geklappt, auch wenn’s nicht danach aussah“, ist Sofie Beck doch sichtlich stolz. „Außer einmal, als du nicht da warst“, unterbrach Mit-Köchin Maria Finke, „als dir eine Schraube gefehlt hat in deiner Brille – aber das hast du in einer Stunde während der Mittagszeit gelöst.“

In Dedenborn bei Aachen ging ihre Karriere als Küchenchefin 1990 los; Bernd Krikser hatte sie damals angeheuert: „Es war das erste Lager nach der Wiederaufnahme der Zeltlagertradition 1989, und wir brauchten dringend eine gute Küche, damit nicht alles gleich wieder den Bach runter ging. Wir haben vor allem jemanden gesucht, der Masse kochen kann und es trotzdem schmeckt – das ist nicht so einfach, wie es aussieht.“ Ebenso wie alle aus dieser Zeit noch anwesenden Gäste erinnerte er sich auch noch nur zu gut daran, dass 1990 ausgerechnet jenes Jahr war, „in dem Matze Gotta den Brechdurchfall ins Lager eingeschleppt hat“ – und das nicht ohne Folgen.

Erinnerungen in Mittelpunkt

Überhaupt standen die Erinnerungen in Mittelpunkt der kleinen Feier und es wurde viel gerechnet, wer wann unter welcher Leitung damals als Teamer dabei war. Nicht zuletzt die Fotos, die Sofie Beck geschenkt bekam, luden zum Rückblick ein. Ein Präsentkorb und ein riesengroßer Blumenstrauß sowie zahlreiche kleine Mitbringsel versüßten der Küchenchefin den Abschied.

Quelle: op-online.de

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