Querungshilfe

Wie kommen Radler rüber? Suche nach der großen Lösung

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Da fehlt doch was? Der Kreis ließ die behelfsmäßige Radfahrer-Querung auf der B 459 entfernen. Die Linksabbiegerspur von Waldacker Richtung Dietzenbach ist wieder länger geworden.

Radfahrer haben die Querungshilfe am Ortsrand von Waldacker nie richtig angenommen. Autofahrern, die auf der B 459 links abbiegen wollen, stand sie im Weg. Der Kreis hat sie jetzt entfernen lassen. Damit beginnt die Suche nach einer „großen“ Radwege-Lösung von vorne.

Rödermark – Die Diskussion um Radwege, die als schnelle und sichere Verbindung zwischen den Städten taugen, hat erneut Fahrt aufgenommen. „Schuld“ ist der Kreis Offenbach, der vorige Woche die provisorische Querungshilfe im Norden von Waldacker entfernen ließ.

Im Sommer 2017 hatte der Kreis auf der B 459, wenige hundert Meter vor der Kreuzung mit der Kreisquerverbindung (K 174), mit Schildern und Farbe einen Überweg markiert. Ziel des zunächst auf ein Jahr befristeten Versuchs: Aus Dietzenbach kommende Radler, die den Radweg auf der Ostseite der B 459 benutzen, sollen kurz vor den ersten Häusern über die Bundesstraße geführt werden und auf der anderen Straßenseite ihren Weg Richtung Ober-Roden fortsetzen.

Soweit die Theorie. Tatsächlich aber blieb der Ortseingang von Waldacker ein Nadelöhr für Fahrradfahrer. „Statt durchgehender Radwege auf beiden Straßenseiten gibt es ein Stückwerk von benutzungspflichtigen Radwegen, für Radfahrer freigegebene Bürgersteige und Stücke, auf denen die Radfahrer auf die Fahrbahn ausweichen müssen“, beschreibt Hanno Wirth, der Vorsitzende des ADFC Rödermark, das Problem.

Die meisten Radler blieben bis zur Tankstelle auf der „falschen“ Seite, hat auch Bürgermeister Jörg Rotter in den vergangenen zwei Jahren festgestellt. Und er räumt ein: „Wir haben"s beim Umbau der Ortsdurchfahrt Waldacker vergeigt!“ Statt die ursprüngliche Planung eines beidseitigen Radweges entlang der B 459 umzusetzen, habe die Stadt „fahrenden und parkenden Autos Vorfahrt gewährt“.

Radeln im Grünen ist eine feine Sache. Doch wie Connie Möller wollen viele Urberacher schnell nach Messel und weiter nach Darmstadt kommen. Foto: Löw

Dank Sturm „Bernd“, der am 18. August auch auf der Westseite der Bundesstraße etliche Bäume umgestürzt hat, könnte Rödermark zusammen mit Dietzenbach eine vernünftige Verbindung bauen: Radfahrer werden an der Ampel über die Straße auf den neuen Weg geleitet. Doch allein die paar Meter auf Rödermärker Gebiet kosten nach ersten Schätzungen rund 60 000 Euro, sagt Erste Stadträtin Andrea Schülner. Der Dietzenbacher Anteil wäre weit größer. Ihr wäre es deshalb am liebsten, beide Städte kämen an Fördermittel aus dem Programm „Schnelle Radwege in Hessen“ ran.

Kaum Chancen sieht die Erste Stadträtin für den Ausbau des Eulerwegs östlich der Bebauung zum überörlichen Radweg. Bis zur Kinderwaldstadt ist er breit genug, danach wird er bis zur Kreisquerverbindung zum Pfad. Um den zu verbreitern, müsste sich die Stadt mit 37 Waldbesitzern, oft Erbengemeinschaften, einigen. Nach Ansicht von Andrea Schülner ein aussichtsloses Unterfangen.

Die allseits geforderten Radschnellwege sind teuer. Die Stadt hat schon einmal vorgefühlt, was die Verbindung von Urberach nach Messel entlang der L 3097 kosten würde: rund 2,8 Millionen Euro – plus Rodung.

VON MICHAEL LÖW

Quelle: op-online.de

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