Kreuzstreit in Urberach

Kommentar: Sieg hat faden Geschmack

Geradezu genüsslich zelebrierte Klaus Braungart seinen Sieg im Urberacher Kreuzstreit, den er in vier Gerichtsverhandlungen erstritten hatte. Die beiden letzten Urteile sind eindeutig, Nachbar Johann Müller hätte nicht zur Säge greifen dürfen. Das ist der juristische Aspekt. Von Michael Löw

Doch es gibt auch einen menschlichen. Souveräne Sieger sehen anders aus. Müllers Witwe fühlt sich als Opfer einer medienwirksam inszenierten Siegesfeier, zu der sogar ZDF und Hessen-Fernsehen anrückten. Wären die Kamerateams wirklich ins beschauliche Urberach gekommen, hätte Pressefotograf Braungart nicht seine Beziehungen hätte spielen lassen?

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Der gestrige Vormittag hinterlässt beim neutralen Beobachter einen schalen Geschmack. Nach jahrelangem Hickhack, dem verlorenen Prozess und einer Handwerkerrechnung von 1 500 Euro haben die Müllers ohnehin ihr Kreuz zu tragen, das nach dem Tod des Familienoberhaupts im Winter noch ein Stück schwerer geworden ist. Friede wird in der Bachgasse so schnell keiner einkehren. Aber vielleicht herrscht jetzt wenigstens Ruhe.

Quelle: op-online.de

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