CDU bleibt stärkste Partei

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Kommunalwahl

Rödermark (lö) - Wer gibt im neuen Stadtparlament den Ton an? Trotz eines Minus von 6,1 Prozentpunkten ist die CDU auch in der nächsten Legislaturperiode stärkste Fraktion. Sie stellt 16 von 39 Abgeordneten und braucht wie bisher einen Partner.

Die SPD, die seit gut einem Jahr mit ihr in einer schwarz-roten Kooperation zusammenarbeitet, musste ebenfalls Federn lassen und kommt auf sechs Sitze. Das würde also für eine Fortsetzung des Bündnisses reichen.

Darüber will die CDU, so Parteivorsitzende Patricia Lips, in aller Ruhe beraten. Auf eine bestimmte Richtung wollte sie sich aber noch nicht festlegen lassen. Für das enttäuschende Ergebnis ihrer Partei machte die Bundestagsabgeordnete den bundesweiten Trend zu den Grünen verantwortlich.

„Wir sind offen in alle Richtungen“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Armin Lauer gestern Nachmittag gegenüber unserer Zeitung. Schwarz-Rot sei die eine Option. Lauer schließt aber auch die Kooperation mit der AL und eventuell einer dritten Partei nicht aus, obwohl er sein politisches Schicksal eng mit Schwarz-Rot verknüpft hat. „Die Wähler haben diese gute und sachbezogene Zusammenarbeit aber nicht honoriert“, bedauert Lauer, der von „vertretbaren Verlusten“ der SPD spricht.

Arg geschrumpfte Volksparteien

Der Vorsitzende der mit einem blauen Auge davon gekommenen Rödermärker FPD, Hans Gensert, bringt ein weiteres Denkmodell ins Spiel: „Es sieht nach einer stabilen bürgerlichen Mehrheit aus.“ Im Klartext: CDU, FDP und Freie Wähler hätten mit 20 Sitzen die absolute Mehrheit im Parlament - eine Variante, die die Sprecher der übrigen Beteiligten nicht kommentierten.

Bleibt es bei der Kooperation der beiden arg geschrumpften Volksparteien CDU und SPD, gehen die Freien Wähler in die Opposition, kündigte deren Vorsitzender Ingolf Heiß an. Wichtiger als Planspiele über künftige Mehrheiten war ihm das Abschneiden der Freien Wähler. Vor knapp einem Jahr haben sie sich als Gegenpol zu den etablierten Kräften gegründet und haben auf Anhieb zwei Stadtverordnetenmandate erzielt. Heiß: „Grundsätzlich haben wir auf ein paar Sitze mehr gehofft. Aber wir haben unser Ziel erreicht.“

Auf hohem Niveau nochmals zugelegt. So lautet das Resümee des AL-Vorsitzenden Eckhard von der Lühe. Natürlich wäre die AL gern stärkste Fraktion geworden wie es nach dem Trendergebnis vom Sonntagabend ausgesehen hatte. Doch schon da habe er allzu optimistische Parteifreunde gewarnt: Wenn jene Stimmzettel, auf denen kumuliert und panaschiert wurde, lege die CDU kräftig zu. Das habe sich wie schon 2006 auch dieses Jahr bewiesen und zeige, dass die CDU-Wähler mit der Kandidatenliste ihres Vorstandes nicht einverstanden sind.

Quelle: op-online.de

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