Konflikt um die Jugendarbeit

Ober-Roden (bp) - Im Jugendzentrum Ober-Roden (JUZ) ist ein Konflikt um die Qualität und die personelle Ausstattung der Rödermärker Jugendarbeit ausgebrochen. Jugendliche protestieren gegen die Kündigung einer langjährigen JUZ-Mitarbeiterin.

Mit dieser erklären sich die jungen Leute in einem offenen Brief, der unserer Zeitung vorliegt, solidarisch. Die Frau war zwölf Jahre im JUZ beschäftigt, bevor die Stadt die Kündigung aussprach. Ein Prozess vor dem Arbeitsgericht in Offenbach ist anhängig. Ein dort angesetzter Termin wurde aufgehoben. Bürgermeister Roland Kern sagt, dies sei mit Rücksicht auf die für nächste Woche geplanten Vergleichsverhandlungen geschehen.

Das JUZ sei ohne die Mitarbeiterin „wie eine Fußballmannschaft ohne Torwart“, loben die Jugendlichen in ihrem offenen Brief die Arbeit der Pädagogin. Die Stadt werfe so viel Geld aus dem Fenster - und nun solle „das JUZ wegrationalisiert“ werden. Der Bürgermeister erwidert, es gehe lediglich um neue Schwerpunkte. Die fragliche Mitarbeiterin sei aber wohl nicht bereit, sich auf Änderungen einzulassen. Die Frau habe zunächst auf Honorarbasis gearbeitet. Im November 2010 habe die Stadt ihr einen unbefristeten Arbeitsvertrag vorgelegt, „den sie nicht zurückgeschickt hat“. Dann sei „in der Probezeit“ die Kündigung ausgesprochen worden.

Neue Schwerpunkte in der Jugendarbeit setzen

Kern argumentiert, die Stadtverordnetenversammlung habe beschlossen, in der städtischen Jugendarbeit seien neue Schwerpunkte zu setzen. Gestärkt werden sollten die Schulsozialarbeit, das SchillerHaus und die Kinder- und Jugendfarm. Nach diesem Beschluss habe ein Diskussionsprozess begonnen, wie die Neuausrichtung mit dem vorhandenen Personal geschultert werden könnte. Diesem Prozess soll sich die Mitarbeiterin verschlossen haben. „Wenn eine Person meint, sie könne nur an einem einzigen Platz eingesetzt werden, erschwert das unsere Arbeit und setzt unüberwindliche Hindernisse“, erläuterte der Verwaltungschef gegenüber unserer Zeitung. In einem offenen Brief spricht die Betroffene davon, dass Rödermarks Politik „ihre Jugendlichen boykottiert, indem in der Jugendarbeit immer mehr gekürzt und reduziert wird.“ Öffnungszeiten würden gekürzt, Mitarbeiter entlassen, um Geld zu sparen, und Etats zusammengestrichen.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Günter Havlena/pixelio.de

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