Konjunkturpakete nicht zum Nulltarif

Rödermark - (lö) Die 2,45 Millionen Euro, die die Stadt aus den Konjunkturpaketen von Land und Bund erhält, gibt‘s keineswegs zum Nulltarif: Ein Sechstel der Landesmittel erhält sie als Darlehen, das sie über 30 Jahre hinweg selbst tilgen muss. Daraus, so Kämmerer Alexander Sturm gestern, errechnen sich für jeweils eine Million Euro Fördersumme Folgekosten von jährlich knapp 5 000 Euro.

Weit teurer könnten die Stadt jene fünf Sechstel kommen, für die sie auf den ersten Blick nichts zahlen muss, sowie die Investitionen, die der Kreis an den Rödermärker Schulen tätigt. Die Zinsen für das gesamte Paket schießt das Land vor, anschließend holt es sie sich über den Kommunalen Finanzausgleich zurück. Das bedeute für Rödermark langfristig Einnahmeverluste von 300 000 bis 350 000 Euro.

Trotz noch nicht exakt absehbarer Folgekosten überwiegen für Sturm die positiven Aspekte der Konjunkturpakete. Er nannte gestern drei Bereiche, in denen er Investitionen für sinnvoll hält: Energiesparen in öffentlichen Gebäuden, Erhalt und Modernisierung von Sportstätten, die Aufwertung der Ortsmitte von Ober-Roden. Sturm plädiert dafür, die 2,45 Millionen Euro zu dritteln.

Mit gut 800 000 Euro könne die Stadt in Ober-Roden ein Startsignal für private Investitionen geben. Im Klartext: Die öffentliche Hand möbelt zwischen Rathaus und Mainzer Straße Fahrbahn, Gehwege und Plätze auf und verhilft Gewerbetreibenden so zu einem verkaufsfördernden Stadtteil-Zentrum.

Das ist im Magistrat ebenso unstrittig wie die das Energiesparen in den Rathäusern, Kindergärten und anderen öffentlichen Gebäuden. Vor einem Jahr stellte der damalige Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft eine Liste mit den dringendsten Maßnahmen vor, die nun abgearbeitet werden kann.

Unterschiedlicher Auffassung sind Sturm und Bürgermeister Roland Kern noch bei den Mitteln für Rödermarks Sportstätten. Während Kern eine neue Anlage mit 400-Meter-Bahn noch nicht aufgegeben hat, will Sturm lieber den Investitionsstau bei der Vereinsförderung auflösen und den Energieverbrauch der städtischen (Sport-)Hallen senken.

Quelle: op-online.de

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