Mundart-Festival in dier Kelterscheune Urberach

Kräftiges Loblied auf hessische Mundart

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Bembel und Gerippte bestimmten den Abend in der Kelterscheune sowohl in den Texten auf der Bühne wie auf den Tischen im Publikum.

Urberach - Lieder zum Äppelwoi in der Kelterscheune – wo sonst, fragt sich der traditionsbewusste Urberacher.

Doch aus dem ursprünglichen kleinen Vereinsfest, das der BSC Urberach dank der „vereinseigenen“ Mundartmusiker der Rodauschiffer für seine Mitglieder und Freunde auf die Beine stellte, ist längst ein Mundartfestival für die Region geworden. Hessischsprachige Barden und lokale Künstler aus dem ganzen südhessischen Mutterland sind hier mittlerweile zu Gast.

So wie die Rodauschiffer bei vielen Festen, Konzerten und Ausstellungen rund um das heimische Stöffchen singend dabei sind, knüpfen sie Kontakte und machen es anderen Künstlern schmackhaft, selbst in Orwisch’s Gud Stubb aufzutreten.

Sie alle wurden an diesem Abend rund um die „Lieder zum Äppelwoi“ von Martin Hofmann (rechts) in die Reihen der Äppelwoi-Geschworenen neu aufgenommen (oder sind schon langjährige Mitglieder wie Roland Kern und Dietzenbachs Cartoonistin Uschi Heusel).

Am vergangenen Freitag war’s wie ein Treffen unter Freunden, was da in einem fast dreistündigen (Show-) Programm auf der Bühne der Kelterscheune abging. Der hier gern gesehene Moderator Karl-Heinz Stier hatte sich gut auf die einzelnen Bühnengäste vorbereitet und feierte sie gemeinsam mit dem BSC-Vorsitzenden und Rodauschiffer Martin Hofmann gebührend. Allen voran HR-Moderator Jörg Bombach, der mit seinen eigenen Waffen geschlagen werden sollte: die an sein „Hessenquiz“ angelehnten Fragen rund um lokale Flüsse oder den Feldhäfner etwa trafen ihn nicht unvorbereitet. Er bestand das kleine hessische Wissensquiz und wurde dafür zum neuen „Äppelwoigeschworenen“ ernannt, der sich verpflichtet, dem Stöffchen stets die Ehre zu erweisen.

Vom Kartoffelsalat zu Frikadellen

Mit ihm gab’s in diesem Jahr viele neue Geschworene: die Mühlheimerin Ingeborg Fischer etwa, die nicht nur in Mundart dichtet, sondern auch lecker kocht. War’s im vergangenen Jahr der Kartoffelsalat gewesen, der dem Bürgermeister mundete, so hatte sie diesmal die Frikadellen im Gepäck. Der „Barde XXL“ huldigte ihr mit einem Ständchen.

Keltermeister und Buchautor Jörg Stier aus Maintal, Miterfinder der Aktion um den größten Bembel der Welt, war ebenso unter den Geehrten wie der Mundartmusiker Dieter Adam („der von den Mickeys“), der aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst anwesend sein konnte und sein früheres Bandmitglied Rainer Bauer schickte.

Der Maler Jörg Eyfferth aus Hanau brachte drei seiner großen Bilder mit Apfelwein-Motiven zur Ehrung mit. Sein eigenes „Dippche-Lied“ wandelte der Vogelsberger Hans-Peter Langlotz den Orwischer Dippe zur Ehre ab. Den Saal rockte anschließend Bobby von Schwanheim, der mit seinen musikalischen Freunden von „reimtext“ Hessenrock und –swing vom Feinsten präsentierte.

Einziger Rödermärker unter den neuen Äppelwoi-Geschworenen ist Lothar Rickert – sein unermüdliches Einsetzen für das AZ und dessen Bühnenprogramm machten ihn längst für die Ehrung fällig – was er auch prompt für die Werbung für den nächsten AZ-Auftritt nutzte.

Das große Finale, das auch von den Zuhörern verstärkt wurde, gehörte allen singenden und musizierenden Äppelwoi-Fans auf der Bühne, allen voran den Rodauschiffern mit ihrer musikalischen Verstärkung durch Rainer Weisbecker:

„Der alte Griesbrei“ und das „Orwischer Dippche“ rundeten einen mitreißenden Mundartabend ab. 

(chz)

Quelle: op-online.de

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