Kraniche tanzen am Lego-Kreisel

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Gestern übergab Lothar Litters, Vorstand der HSE Netz AG (rechts), die Skulptur symbolisch an die Stadt.

Ober-Roden - Ein optisches Gegengewicht zur Lego-Architektur des Kreisels in der Frankfurter Straße bildet der „Tanz der Kraniche“ des Darmstädter Bildhauers Gotthelf Schlotter. Gestern übergab Lothar Litters, Vorstand der HSE Netz AG, die Skulptur symbolisch an die Stadt. Von Michael Löw

Die Männer des Betriebshofs hatten sie am 23. November vom Gelände des HEAG HSE-Umspannwerks ans andere Ende von Ober-Roden gebracht. Im Breidert fristete die Bronzeplastik jahrelang ein Schattendasein hinter Maschendraht und Büschen, Rudolf Schleicher hatte mehr als zehn Jahre lang beim Darmstädter Energieversorger und der Stadt gebohrt, bis der Umzug perfekt war. Bürgermeister Roland Kern und Erster Stadtrat Alexander Sturm hofften, dass der viel kritisierte Kreisel nun mehr Akzeptanz findet.

In den kommenden Wochen soll die Skulptur beleuchtet werden, dazu braucht‘s lediglich ein Verbindungskabel zur nächsten Straßenlampe. Kern schlug vor, einen Teil der erst vor gut einem Jahr asphaltierten Fläche neben dem Kreisel wieder zu begrünen. Sebastian Schlotter erläuterte das Gesamtwerk seines 2007 verstorbenen Vaters, der im Lauf seines Lebens allein 200 bis 300 solcher großer Vogel-Plastiken geschaffen hat. Der „Tanz der Kraniche“ ist übrigens nicht die einzige Schlotter-Skulptur hinter Maschendraht. Dr. Joachim Borsdorff, der damalige HEAG-Vorsitzende, hatte Mitte der siebziger und Anfang der achtziger Jahre zahlreiche Figuren neben Umspannwerken aufstellen lassen, weil er ein großer Fan des Künstlers war, plauderte Litters aus der Firmengeschichte.

Jetzt freue er sich, die drei Kraniche als Dauerleihgabe quasi öffentlich ausstellen zu können. Und Werner Weber vom Naturschutzbund (links) freute sich, dass die Ober-Röder Kraniche zumindest auf dem Weg zur Arbeit aus nächster Nähe sehen. Normalerweise fliegen sie auf dem Weg in ihr Winterquartier joch über die Stadt: Mitte Oktober zählte der NABU innerhalb weniger Stunden rund 1 800 Kraniche am Himmel von Ober-Roden.

Quelle: op-online.de

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