Kreis pocht auf Genehmigung für Hütten

Rödermark - Die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (CDU) hält einen Runden Tisch zu den Vorfällen in der Kinderwaldstadt für überflüssig. Erster Stadtrat Alexander Sturm (ebenfalls CDU) hatte angeregt, ein solches Diskussionsforum einzurichten, um die Wogen zu glätten. Von Bernhard Pelka

Wie berichtet, hatte es Sturm als „bizarr“ bezeichnet, dass für die von Kindern errichteten Holzhütten und „Balkengerippe“ in der Kinderwaldstadt eine Baugenehmigung einzuholen und ein naturschutzrechtlicher Ausgleich zu leisten seien. Solche Bürokratie hintertreibe die Intention der Kommune, die Kinder unbeschwert in der Natur spielen zu lassen.

In einer Presseerklärung sieht Claudia Jäger die Sache ganz anders. „Geschichte wiederholt sich scheinbar immer wieder“, kommentiert sie den „vermeintlichen Erörterungsbedarf“ des Ersten Stadtrates von Rödermark zum Thema Kinderwaldstadt. „Aber um das Ergebnis vorwegzunehmen“, so die Dezernentin, „handelt es sich hierbei ebenso um einen Sturm im Wasserglas wie bei der letztjährigen Debatte um die Kinder- und Jugendfarm. Im Nachgang ist uns von Bürgermeister Kern eine hervorragende Kooperation bescheinigt worden.“

Die Kinderwaldstadt befinde sich auf einem ehemaligen Festgelände der Stadt und werde seit einigen Jahren von den Pfadfindern genutzt. Da es sich um den Außenbereich handele, müsse eine solche Anlage genehmigt werden, wenn sie dauerhaft Bestand haben soll, klärt Jäger auf.

Geringst-mögliche Gebührenansätze

„Die Kreisverwaltung hat gemäß ihrer gesetzlichen Verpflichtung immer wieder darauf hingewiesen. Von sich aus hat die Stadt Rödermark dann im vergangenen Jahr das Genehmigungsverfahren eingeleitet. Alle Beteiligten waren eingebunden und es war unstrittig, dass Ausgleichsmaßnahmen erforderlich sind. Hierzu hat das Forstamt einen Vorschlag ausgearbeitet, den die Stadt in den Bauantrag aufgenommen hat.“

Ebenfalls sei „bekannt, dass Baugenehmigungsverfahren gebührenpflichtig sind und die Gebührenordnung eine Vorauszahlung vorsieht“. Mit den 6000 Euro, die nun gefordert würden, habe der Kreis die geringst-möglichen Gebührenansätze in Ansatz gebracht. Jäger: „Dies ist von der Stadt auch akzeptiert worden, die vor wenigen Tagen auch die Abbrucharbeiten veranlasst hat. Die Baugenehmigung liegt seit dem 17. Mai 2011 vor und wird ausgehändigt, sobald die Gebühren eingegangen sind.“

Die Erste Kreisbeigeordnete kritisiert: „Es wäre im Übrigen ein netter Zug gewesen, wenn Herr Sturm zum Telefonhörer gegriffen hätte, bevor er sich öffentlich geäußert hat. Dann hätten wir die Angelegenheit vielleicht auf diesem Weg klären können.“

Sturm hatte gegenüber unserer Zeitung die Aktion des Kreises kritisiert und als überzogen bezeichnet.

Quelle: op-online.de

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