Keine Angst vor schwerer Kost

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80 junge Musikerinnen und Musiker spielen derzeit im Kreisjugendorchester. Dirigiert werden sie von Gabriele Wegner.

Ober-Roden - Eine „Märchenhafte Reise“ führt das Kreisjugendorchester Offenbach in die Konzertsäle des Kreises. Dort geben die Musiker ein anspruchsvolles Konzert - märchenhaft, weil’s wirklich märchenhaft klingt und auf entsprechenden musikalischen Hintergründe aufbaut. Von Christine Ziesecke

Die Kulturhalle war am späten Sonntagnachmittag Schauplatz eines von drei Konzerten. 80 Musikerinnen und Musiker zwischen 10 und 22 Jahren in vollständiger großer Sinfoniebesetzung sind auf dieser Reise dabei, 46 von ihnen waren beim letzten Zyklus schon mit unterwegs.

Mit der Ouvertüre „Die Hebriden“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, mit einer Romanze für Fagott und Orchester von Sir Edward William Elgar, mit einem dreisätzigen modernen Konzert für Tuba und Orchester von Didier Godel und einer Ballade des russischen Komponisten Anatolij Konstantinowitsch Ljadow trugen sie außergewöhnliche Stücke vor. Sie seien nicht oft in Konzertsälen zu hören, erläuterte der Moderator und organisatorische Leiter Eric Rückgauer.

Junge Menschen mit guter musikalischer Ausbildung

Junge Menschen mit guter musikalischer Ausbildung, meist in den Musikschulen des Kreises herangereift, haben es geschafft, sich binnen weniger Tage von guten Einzelspielern in ihren Musikschulen, Vereinen oder Gruppen zu einem großen Sinfonieorchester „zusammenzuraufen“. Dazu gehört neben instrumentalem Können vor allem viel Disziplin, die in diesem Alter sicher schwer fällt. Allein zwei große Auftritte vor Hunderten von Zuhörern – am Samstag in Dietzenbach, am Sonntag in Ober-Roden – kostet bei der Schwierigkeit des Programms viel Energie, vor allem bei diesen alles andere als eingängigen Stücken, welche die musikalische Leiterin Gabriele Wegner mit viel Vehemenz und engem Kontakt zu den Musikern dirigierte.

Besonderen Beifall bekamen die hervorragenden Solisten, Carlotta Brendel am Fagott und Ole Jasper Heiland an der Tuba. Zur märchenhaften Reise passte auch die akustische Ankunft mit Harfenklängen, von Merle Meyer reizvoll dargeboten.

„Wir professionalisieren uns zusehends“

Nicht nur musikalisch machte Merle Meyer an der Harfe eine gute Figur.

Für den neugegründeten Trägerverein dankte der Neu-Isenburger Musikschulleiter und Vereinsvorsitzende Thomas Peter-Horas den Sponsoren – der Sparkasse Langen-Seligenstadt, dem Hessischen Rundfunk und der Stiftung „Miteinander Leben“ des Kreises - und erläuterte die Situation: „Nach vier Jahren mussten wir uns eine solide Rechtsform geben, um dieser wundervollen Einrichtung ein gewisses Gewicht zu geben. Wir professionalisieren uns schließlich zusehends.“ Nach der juristischen Anerkennung ist der Verein dann auch in der Lage, Spendenquittungen auszustellen – ein wichtiges Argument für Sponsoren, ohne die bei den hohen Kosten etwa der regelmäßigen Probenwochenenden nichts gehen würde: „Wenn wir mehr Geld zur Verfügung hätten, könnten wir noch spannendere Dinge tun!“

‹ Eine weitere Möglichkeit, das Kreisjugendorchester mit seiner „Märchenhaften Reise“ durch die Welt der Musik zu erleben, gibt’s am kommenden Sonntag, 30. Oktober, ab 17 Uhr in der Kirche St. Marien in Seligenstadt. Der Eintritt ist frei – Spenden sind natürlich herzlich willkommen.

Quelle: op-online.de

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