Holzkreuz darf zurück an Scheune

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Klaus Braungarts inzwischen gestorbener Nachbar hatte das Holzkreuz im April 2009 von der Scheunenwand gesägt und übers Hoftor geworfen. Sobald es restauriert ist, will Braungart es wieder an der jahrelang umstrittenen Mauer aufhängen. Wie kaputt das Verhältnis ist, zeigt die Tatsache, dass Klaus Braungart der Witwe den Termin von seinem Anwalt mitteilen lässt, und ankündigte, auch das Fernsehen dazu einzuladen.

Urberach (lö) - Der Kreuzstreit zwischen zwei Nachbarn in der Bachgasse machte in der halben Republik Schlagzeilen. Jetzt hat das Landgericht Darmstadt entschieden: Klaus Braungart darf das 1,40 Meter hohe Kreuz aus Eichenbalken wieder an der Wand seiner Scheune aufhängen.

Die ist allerdings nur vom Grundstück seiner Nachbarn einsehbar und auch nur von dort zu erreichen. Konsequenz: Der Nachbar hatte das Symbol christlichen Glaubens deshalb kurz vor Ostern 2009 abgesägt und Braungart übers Hoftor geworfen.

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Kreuzstreit vor Gericht

Der Streit - die Kontrahenten warfen einander „Frevel“ und „vorgeschobene Religiosität“ vor - ging durch drei Instanzen. Zunächst hatte das Amtsgericht Langen buchstäblich kurzen Prozess gemacht und Braungarts Klage abgelehnt. Die Scheunenwand stehe auf der Grundstücksgrenze und Braungart hätte ohne Erlaubnis den Garten nicht betreten dürfen, argumentierte die Richterin. Braungart und sein Anwalt Hubert Ley gingen in Berufung, denn ihrer Ansicht nach hat das Amtsgericht weder gewürdigt, ob die Sägeaktion Sachbeschädigung war, noch Braungarts Recht auf freie Religionsausübung näher beleuchtet.

Kreuz wird restauriert und wieder aufgehängt

In einem zweiten Prozess in Langen bekam Klaus Braungart dann Recht. Die Mauer stehe auf seinem Grundstück, die Grenze verlaufe ein paar Zentimeter weiter. Gegen dieses Urteil wiederum legten der Nachbar und sein Anwalt Michael Gensert Berufung ein: Er habe ein Recht darauf, Braungarts Kreuz nicht sehen zu wollen. Die 21. Zivilkammer in Darmstadt ließ diese sogenannte „negative Religionsfreiheit“ nicht gelten, außerdem sei das Absägen „verbotene Eigenmacht“ gewesen.

Klaus Braungart lässt das Kreuz, das er aus dem Fachwerk der Scheune selbst gezimmert hat, restaurieren und will es wieder an der Wand befestigen. Den Termin für den Gang über das fremde Grundstück soll sein Anwalt der Witwe seines mittlerweile verstorbenen Widersachers mitteilen.

Quelle: op-online.de

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