Kreuz-Zyklus in optimistischen Farben

+

Ober-Roden - (chz) Maler, Fotograf und „Künstlerseele“, so beschreibt sich Hans-Peter Schmücker - Jahrgang 1961, Bankfachwirt und Marktbereichsdirektor bei der Sparkasse Dieburg mit Dienstsitz hier in Ober-Roden. Er lebt mit seiner Frau und seinen 14 und 18 Jahre alten Töchtern in Münster. Die vorösterliche Passionszeit greift er in seinem neunteiligen Gemäldezyklus „Die letzten sieben Worte Jesu am Kreuz“ auf.

Ernst vom Hintergrund, aber durchaus optimistisch in der Farbgebung ist diese erste Serie, die Schmücker gemalt hat. Die grundlegende Inspiration dazu gab ihm wie so oft die Musik, in diesem Fall „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz“ von Joseph Haydn. Von Mai bis September 2007 entstand der Zyklus, „in der Zeit habe ich nichts anderes gemalt“.

Die Farben der teils dreidimensionalen Werke geben vielen der Aussagen Hoffnung, alle basieren auf dem Blau des Himmels - das war auf allen neun Bildtafeln die Grundlage. Allen Tafeln gemeinsam ist ein noch erkennbarer blauer Streifen, der sich senkrecht durchs Bild zieht. Ungeplant floss religiöses Grundwissen aus Kindheit und Jugend in Gestalt von Symbolen in die Darstellung mit ein.

Einfache Worte, wohl allen Christen bekannt vor allem im abgrundtiefen „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Schmücker ist keine Parallele in der Kunst bekannt, lediglich zwei- oder dreimal haben zeitgenössische Künstler das Thema deutlich abstrakter dargestellt. „Die Bilder geben keine sachliche Information, sondern sie provozieren und schauen dich an. Sie überzeugen nur im Widerspruch zur eigenen Existenz, sie sind ein Erdbeben“, beschreibt der Ober-Rodener Theologe und Altenpfleger Thomas Ruhl den Zyklus. Er wird am 8. März auch das einführende Referat halten, wenn Hans-Peter Schmücker seine Bilder im Erdgeschoss des Hospizes Agape in Wiesloch ausstellt.

„Manche meiner Bilder stehen nur ‚herum', aber diese sollten an die Öffentlichkeit“, ist sich Schmücker sicher. Auch zwei Rödermärker Kirchengemeinden haben inzwischen Interesse an der Ausstellung und werden versuchen, sie rund um den Totensonntag oder in der nächsten Passionszeit nach Rödermark zu holen.

Der Kreuz-Zyklus ist eine Seite des Künstlers Hans-Peter Schmücker. „Vielfaltspinsel“ - der Name seiner Homepage - sagt unendlich viel über den Menschen Schmücker und sein Schaffen aus: Vielfalt, Hintersinn und Humor, der Mensch, die Verbindung von Sprache und Werk in Form des Bildtitels und der künstlerischen Aussage sind die Schwerpunkte seiner Arbeiten. Worte sind Bilder, Bilder entstehen aus Worten.

Autodidakt Hans-Peter Schmücker ist seit 2002 Mitglied im Künstlerkreis Münster und seit 2007 in der Rödermärker Künstlergruppe „KiR“ und hat seine Bilder seit 2002 in zahlreichen Ausstellungen präsentiert. Rund 200 Werke sind in den letzten fünf Jahren entstanden, die Techniken reichen von Zeichnungen über übermalte Collagen bis zu großflächigen Ölgemälden; die Motive finden sich in Afrika ebenso wie Rödermark, dargestellt im wirklichkeitsnahen Akt ebenso wie im farbensprühenden Abstrakten. Und immer wieder finden sich darunter geistreiche, humorvolle, feinsinnige Titel. Am 20. November wird eine Ausstellung mit vielen seiner Bilder im Bücherturm eröffnet.

Quelle: op-online.de

Kommentare