Im Kriechgang durchs Internet?

Rödermark (lö) ‐ Im Breidert, im Taubhaus, in Waldacker und einigen anderen Wohngebieten kann man nur im Schneckentempo durchs Internet surfen. Das beklagen CDU und FDP und fordern den Magistrat auf, bei den Betreibern der Breitbandnetze Druck zu machen.

Ziel ist eine rödermarkweite Daten-Übertragungsrate von 16 Megabit pro Sekunde. „Im Breidert dagegen quälen sich Internetuser mit 1,5 Megabit durchs weltweite Netz“, kritisiert der Vorsitzende des Bauausschusses, Tobias Kruger (CDU). Jedes Herunterladen von Bildern oder Filmen werde zur Geduldsprobe.

Die Koalition will - unterstützt von der SPD - die Anbieter in die Pflicht nehmen. Die so genannten Provider könnten nicht ständig größere Datenmengen im Internet bereit stellen, ohne in die Infrastruktur zu investieren. Es gehe also keinesfalls darum, städtisches Geld dafür zu verwenden.

Übertragungsrate von 1 Megabit überall im Stadtgebiet garantiert

Garrit Schaap (AL) verweist dagegen auf die Landesinitiative „Mehr Breitband für Hessen“, laut der Rödermark „ausreichend versorgt“ ist. Eine Übertragungsrate von 1 Megabit sei überall im Stadtgebiet garantiert, in großen Teilen seien 6 und im Industriegebiet Ober-Roden 16 Megabit möglich. Schaap setzt auf das Prinzip Angebot und Nachfrage: „Die nächste Ausbaustufe kommt, wenn der Bedarf da ist.“

Das Tempo der Datenübertragung nimmt mit der Entfernung vom nächsten Verteiler ab, erläuterte Ralph Steiner, der Leiter der IT-Abteilung im Rathaus, auf Anfrage. Der Verteiler stehe im Industriegebiet Ober-Roden. Rödermark von dort aus komplett mit der schnellen Glasfaser zu versorgen, würde zwischen einer und zwei Millionen Euro kosten, hat Steiner bei den lokalen Breitbandanbietern, Telekom und HEAG Medianet, in Erfahrung gebracht. Aber das seien lediglich Schätzungen. Die Stadt könne den Unternehmen allenfalls in bescheidenem Maße entgegenkommen - zum Beispiel durch das Verlegen von Leerrohren, wenn Straßen repariert oder neu gebaut werden müssen.

Quelle: op-online.de

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