Künstler rücken Holz ins Zentrum

+
Manfred Minten, der mit seiner Familie in Münster lebt, ist seit 30 Jahren kreativ am Werken und längst schon arriviert als Künstler. Seit einem halben Jahr bereichert er nun als Mitglied die Rödermärker Künstlergruppe KiR.

Ober-Roden (chz) ‐ Zwei ganz besondere „Holzwürmer“ gehören zu den Mitgliedern der Rödermärker Künstlergruppe KiR und stellten sich schon im „Farbraum“ und vor kurzem am Wochenende des „Offenen Ateliers“ mit zehn weiteren Künstlern im Garten von Sigrid Lang dem interessierten Publikum vor.

Manfred Minten und Karl Menge setzen beide ihre Liebe zu dem Material Holz mit Handarbeit in Skulpturen um. Karl Menge bringt sich seine Arbeitsgrundlage dabei direkt aus dem Wald mit, den er dreimal täglich mit „Biene“, seinem Westy-Terrier, durchstöbert. Manfred Minten arbeitet zur Zeit fast ausschließlich mit über 300 Jahre altem Eichenholz, das beim Restaurieren des ältesten Sprendlinger Fachwerkhauses aus dem Jahr 1679 übrig geblieben ist.

Karl Menge begreift sich nicht als Künstler, sondern als guten Handwerker.

Erst seit einem Jahr etwa sammelt Karl Menge seine Schätze, hauptsächlich Wurzeln, unter künstlerischem Aspekt - „... und dann kam KiR-Mitglied Annelie Schnack und hat mich überredet, an Pfingsten mit den KiR-Leuten in den ‚Weyberhöfen' in Seilauf auszustellen“. Im Farbraum testete er zum ersten Mal die Wirkung seiner Objekte, die er zumeist fast unbearbeitet lässt. Die Wurzeln werden nur mit der Drahtbürste gesäubert - dabei bleibt nur stehen, was noch festes Holz ist, und wird mit dem Skalpell leicht nachbearbeitet. Zuletzt kommt ein Brennstempel drauf mit seinen Initialen, dann wird die Skulptur auf Granitblöcken oder -stelen befestigt. Deshalb betrachtet er sich auch nicht als Künstler, sondern als guten Handwerker, den das Zusammenspiel von Holz und Granit fasziniert. „Man muss nur seine Augen offen halten“. Bisher hat er seine Exponate verschenkt, aber jetzt verkauft er auch. Neuerdings verbindet er das Holz mit Schmucksteinen wie Kristallen, etwa beim „Auge des Horus“, einer Kristallkugel frei hängend im Astloch einer Holzstele. Der 69-Jährige, der mit seiner Frau in Ober-Roden lebt und zwei erwachsene Söhne hat, ist noch in seinem Beruf als Lichtplaner tätig - was den Objekten im Farbraum positiv anzusehen ist.

Autodidakt arbeitet mit Ton, Holz, Beton und Eisen

Seit 30 Jahren kreativ am Werken und längst schon arriviert als Künstler ist Manfred Minten, der mit seiner Familie in Münster lebt und erst seit einem halben Jahr Mitglied bei KiR ist.

Der Autodidakt arbeitet mit Ton, Holz, Beton und Eisen im eigenen Keller oder im Garten und hat schon auf unzähligen Ausstellungen seine teilweise skurrilen, immer originell benannten Kunstwerke ausgestellt. Der Rentner, der 36 Jahre lang im Opel Testzentrum als Versuchsmechaniker gearbeitet hat, liebt altes Holz über alles: „Das über 300 Jahre alte Holz juckt mich - es ist so hart wie Stein und ich bearbeite es auch so, nur mit der Hand und mit der Bohr- und Schleifmaschine.“ Für ihn steht immer die Idee am Anfang, und dann sucht er sich das Material dazu. Was herauskommt, ist vordergründig fröhlich oder traurig, aber stets hintersinnig, nicht nur vom sprachlichen Titel her - sein „Steghaus“ etwa, ein Haus auf einem Steg aus altem Eichenholz, oder sein „Tür-Kay“, einem Mann mit zwei alten Türen in der Hand und dem Namen „Kay“ auf der Brust, lassen die Menschen schmunzeln, ebenso wie der „T(h)üringer“ oder die „Rheinschiffer“, die der Fantasie freien Lauf lassen. Besonderes Prachtstück von Manfred Minten: der „Stasi“ mit dem Doppelkopf - von vorne offen lächelnd, von hinten mit grimmigem Blick und dem Dolch im Gewande.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare