Kürbis als Einladung zum Beutezug

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Unbeschwerter Spaß für viele Kinder: der Halloween-Abend, an dem es gilt, die bösen Geister der Dunkelheit zu vertreiben.

Ober-Roden (chz) ‐ Halloween in Ober-Roden: Während am späten Samstag Nachmittag die evangelischen Christen vorbei an der Fahne von Martin Luther in die Kirche strömten, um am Reformationstag ihren neuen Kirchenvorstand zu begrüßen, jagten Kinder und Eltern beim Halloweenmarkt im Ortskern Süßem oder Saurem nach.

Und während am Sonntag die katholischen Christen ihren alljährlichen schweren Gang zu den Gräbern der Verstorbenen antraten, luden die Geschäfte rund um Markt- und Rathausplatz zum Einkaufsbummel. „Wir haben uns darüber verständigt“, erläuterte Pfarrer Elmar Jung die Situation. „Es fällt uns von Seiten der Kirchen zwar schwer, aber es ist dieses Jahr eine Ausnahme, die nur daher rührt, dass der Allerheiligentag auf einen Sonntag fällt und es keinen Ausweichtermin für den Markttag gab bei der Fülle des Rödermärker Terminkalenders.

Der Halloweenmarkt in Ober-Roden in Bildern

Halloweenmarkt in Ober-Roden

Den Kindern, die am Samstag spätestens bei Einbruch der Dunkelheit scharenweise durch den Ort zogen und mit großen Taschen auf Beutezug gingen, waren Martin Luther oder alle Heiligen grad egal. Sie genossen gruselig verkleidet, aber stolz wie Oskar den Tag und probierten in all jenen Geschäften ihr Glück, vor denen Kürbisse reiche Ernte versprachen. Wo‘s besonders leckeren Süßkram zu ergattern gab, da zogen sie auch zwei- oder dreimal vorbei - vielleicht merkt‘s ja keiner. Kanalisiert wurde das kindliche Treiben rund um den Rathausbrunnen, wo der Gewerbeverein erstmals einen kleinen Halloweenmarkt organisiert hatte. In dessen Zentrum stand der von einem Blumengeschäft zauberhaft geschmückte und mit Kerzen und Öllichtern erleuchtete „Knochen“.

Wo der Kürbis vor der Tür lag, da gab‘s auch Süßes zu ergattern. Verkleidete Kinder zogen von Geschäft zu Geschäft.

War‘s am Nachmittag noch ruhig zwischen Bratwurst- und Weinstand, gebrannten Mandeln, Luftballons und Kinderkarussell, so wurde es gegen Abend zunehmend voller. Viele Eltern, oft auch selbst gruselig geschminkt, warteten mit ihren verkleideten Kindern auf die Prämierung des schönsten Kostüms. Die Ausstellung der von Kinderhand geschnitzten Kürbisleuchten fiel jedoch aus: Die kleinen Kunstwerke waren verschrumpelt, als sie an der Heizung trocknen sollten. Auch Lou Heinrichs Vorlesestunde wäre fast ins Wasser gefallen. Kurzfristig sprang Ute Hitzel mit gruseligen Texten ein, auch Hexenmeister und Gewerbevereinsvorsitzender Manfred Rädlein hatte gedichtet.

Zauberin Stella Reblin für Kostüm ausgezeichnet

Eine Jury hatte die schwere Aufgabe, alle Zauberer, Feen und Hexenmeister und sonstige meist zahnlose wilde Gesellen zu sichten und die Schönsten zu küren. Zauberin Stella Reblin, ganz in Schwarz-Lila gewandet, gewann und durfte sich am Süßwarenstand ein Lebkuchenherz aussuchen. Sie entschied sich für „Kleine süße Mieze“, während alle anderen Kandidaten tief in die große Wunderkiste mit Süßem fassen durften.

Gewerbevereinsspitze zufrieden

Auch am verkaufsoffenen Sonntag gab es in vielen Geschäften noch grünen Geisterwein oder rosige Blut-Wurst zu verkosten oder auch frischen Most direkt von der Kelter. Die Rödermärker nutzten die Chance, in Ruhe bei wunderschönem Herbstwetter nach der passenden Garderobe oder den ersten Weihnachtsgeschenken zu suchen. Karlheinz Hitzel und Manfred Rädlein vom Gewerbeverein zeigten sich mit dem Erfolg sehr zufrieden. Bei den nächsten Markttagen hoffen sie auf noch mehr teilnehmende Geschäftsleute, damit keine Lücken entstehen.

Quelle: op-online.de

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