„Kultur ohne Grenzen“

Grenzenlose Freiheit bei Festival in Ober-Roden

+
Ein optischer Höhepunkt des ersten Festivalwochenendes „Kultur ohne Grenzen“ war der Auftritt der Folklore-Tanzgruppe aus der türkischen Partnerstadt Hekimhan.

Das erste der beiden großen Festivalwochenenden hat in Ober-Roden gezeigt, was ein rechtzeitig planendes und alle Bürgerschichten mit einbindendes Netzwerk alles erreichen kann: Kultur ohne Grenzen, räumlich wie gedanklich, friedlich und frei – sogar ohne Eintritt, so frei.

Ober-Roden – Das Thema des Festivals ist frei erlebbar – zwar wetterbedingt zunächst nur in der Halle, doch dies wird sich hoffentlich im Sommer beim zweiten Teil vom 14. bis 16. Juni ändern.
Kultur, Kunst und Politik in einem Fest vereint – dabei wird die Kunst allein schon wegen ihrer optischen und akustischen Höhepunkte stets die Wahrnehmung der Besucher bestimmen. Eines der markantesten Beispiele dafür, dass Kunst und Politik vereinbar sind, ist die Ausstellung der Stuttgarter Künstlerin Klaudia Dietewich „50 Cities 50 Traces – gegen das spurlose Verschwinden.“ Sie hat Städte bereist, die Mitglieder im Projekt „Mayors for Peace“ sind, und dort Plätze und Wegstücke fotografiert, die sie als Mahnung gegen die Zerstörung unserer Städte zu kleinformatigen Kunstwerken verarbeitet hat und die nun weltweit die Menschen zum Innehalten bewegen. Neben den Bildern, zu denen auch ein Objekt aus Rödermark gehört, gibt es ein Video mit Livekommentaren jener Bürgermeister, die ihre Städte im Projekt vertreten. Bis Ende März sind diese bewegenden Beiträge noch in der Kulturhalle zu erleben.

Eine besonders enge Verbindung zwischen Politik und Kunst bauen auch die „Zollhaus Boys“ auf, die am Samstagabend in der Kulturhalle „Songs, Poetry und Kabarett aus Aleppo, Bremen und Kobani“ vermitteln. Vier junge Syrer, die mittlerweile in Bremen leben, thematisieren ihre Heimat, ihre Flucht, ihr Fremdsein hier bei uns in Worten und in Musik und berühren damit ihre Zuhörer, die von den Texten sichtlich ergriffen wurden. Und sicher gerade diesen Text „Ich zieh’ vor euch den Hut“ von Bandmitglied Pogo Balke nachvollziehen konnten: „Wenn ich an eure jungen Jahre denk und die Tortur, bis ihr dies Land erreicht, dann erscheint mir meine Zeit wie ein Geschenk, eine Jugend ohne Sorgen, frei und leicht . . .“

Bilder: Kultur ohne Grenzen in Rödermark

Wie sehr Musik, Gereimtes und Gerapptes, junge wie ältere Menschen auch zu unbequemen Themen ansprechen kann, bewiesen am Vorabend auch die vier jungen Musiker von „Zweierpasch“, die sich poetisch, politisch und polyphon auf Deutsch und Französisch durch dieses Leben arbeiteten. Sie hatten im Vorfeld bereits mit Schülern Workshop-Kontakt gehabt. Ihnen folgten am ersten Abend noch Poetry-Slammerinnen aus der Partnerstadt Saalfelden, die ihre vorbereiteten Texte präsentierten.

Dies sind nur drei, vier der zahlreichen Möglichkeiten, die dieses Festival allein schon im ersten Teil in Rödermark seinen Bürgern bot – Kultur wirklich ohne Grenzen, für Frieden und Freiheit in Europa. Die Vorfreude auf Teil zwei im Juni steigt. VON CHRISTINE ZIESECKE 

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare