Kulturhalle an „Grenze des Sparens“

Rödermark - (bp) Nach einem Minus von nur 15 000 Euro in der Spielzeit 2007/2008 verursachte das städtische Kulturprogramm in der Kulturhalle Rödermark in der abgelaufenen Saison einen Zuschussbedarf von 39 600 Euro - fast das Doppelte des regelmäßig eingeplanten Verlustes von 20 000 Euro.

Programmplaner und Stabsstellenleiter Kultur, Dietmar Schrod, machte gestern während der Magistratspressekonferenz unter anderem „unvorhersehbare Flops“ dafür verantwortlich. Die beiden Sonntagnachmittagangebote „Bollywood Träume“ und „Der kleine Lord“ hätten zusammen 16 000 Euro Miese verursacht. 19 000 Euro Minus habe es überdies beim Schauspielangebot der Abonnementreihe „Theater Boulevard“ gegeben. Man müsse angesichts des Rückgangs von 34 Prozent darüber nachdenken, wie ein anspruchsvolles Schauspielangebot in Rödermark überhaupt noch zu halten sei. Die schlechte Akustik und der schwer einschätzbare Publikumsgeschmack wurden bei der Ursachenforschung als Gründe genannt. Die Sonntagstermine hätten nicht gezogen, da das Publikum wegen der Anfangszeit (17 Uhr) dem Irrtum erlegen sei, es handele sich um Kindervorstellungen.

Drastisch zurück ging in der Spielzeit 2008 / 2009 auch das Interesse am Kindertheater (26 Prozent weniger Besucher). Als Folge davon senkt die Kulturhalle für diese Sparte die Preise auf vier Euro für Kinder und fünf für Erwachsene.

In der vergangenen Spielzeit betrug die Auslastung bei insgesamt 27 Veranstaltungen 65 Prozent. 4 200 Karten wurden im Abo abgesetzt. Einen Einbruch gab es beim Einzelkartenverkauf: 4 848 statt 6 113 in der Saison 2007 / 2008. Der Ticketverkauf erbrachte 202 200 Euro Einnahmen. Dem stehen Ausgaben für Honorare, Versicherungen, GEMA . . . von 241 800 Euro gegenüber.

Bestseller waren das Neujahrskonzert, „The 12 Tenors“, „Havana Rumba!“ und „Meine Schwester und ich“.

Schrod äußerte sich auch zu Forderungen aus der Lokalpolitik, die Kulturhalle solle 30 000 Euro einsparen. „Wenn wir das machen, reduziert sich das städtische Programm auf ein Minimum von zehn Veranstaltungen.“ Personell sei man schon jetzt „an der Grenze des Sparens angekommen“.

Sofern man das städtische Kulturprogramm vollends streiche, reduziere dies die Gesamtbetriebskosten von über zwei Millionen Euro lediglich um bescheidene 90 000 Euro.

„Verabschieden“ solle sich die Politik von der Vorstellung, dass die Halle stärker als bisher an gewerbliche Nutzer vermietet werden könnte. „Für Kongresse und Seminare von Firmen fehlt einfach die Infrastruktur“. So biete die Tiefgarage nur maximal 80 Stellplätze. Auch gebe es im näheren Umfeld kein Hotel, in das sich Firmen einmieten könnten.

Quelle: op-online.de

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