Jazzclub im „Dinjer-Hof“

Heimspiel mit 20 Jahren Anlauf

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Der „Dinjer-Hof“ mitten in Ober-Roden bildete die malerische Kulisse für das Konzert, das Solotrompeter Axel Schlosser mit der Rodgau-Jazz-Big-Band gab.

Ober-Roden - Rund 100 Zuhörer verfolgten am Samstagabend das gemeinsame Konzert von Rodgau-Jazz-Big-Band und Trompeter Axel Schlosser. Es war Teil des „Kultursommers Südhessen“.

„Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.“ Albert Böttner, der zweite Vorsitzende des Jazzclubs Rödermark bediente sich eines Goethe-Zitats, als er am Samstag im „Dinjer-Hof“ seine musizierenden Gäste den zuhörenden Gästen vorstellte. Für den Abend hatte der Verein nämlich die Rodgau-Jazz-Big-Band eingeladen - zusammengesetzt eben überwiegend aus Rodgauer Musikern und auch einigen Kollegen aus Rödermark.

„Manchmal dauert es ein wenig länger, das Gute zu erkennen“, scherzte Böttner aufgrund der Tatsache, dass es zumindest in den vergangenen 20 Jahren, wenn nicht gar überhaupt, der erste Auftritt der Rodgau-Jazz-Big-Band beim Jazzclub war. Immerhin: Musiker der Gruppe hätten in der Vergangenheit aber immer wieder mal bei den regelmäßigen Jam-Sessions im Jazzkeller mitgemacht, erinnerte sich Albert Böttner.

Mit Axel Schlosser, der sich unter anderem als Solotrompeter der HR-Big-Band einen Namen gemacht hat, brachte die Rodgau-Jazz-Big-Band einen besonderen Gast mit. Die Band und Schlosser hatten schon des Öfteren gemeinsame Auftritte absolviert. „In Frankfurt gibt es die weltweit bekannte HR-Big-Band. Was liegt da näher, als einen Trompeter der Champions League zu fragen, ob er mit uns spielen will“, meinte Jürgen K. Groh vom Musikverein Nieder-Roden, der den Abend humorvoll und informativ moderierte, in Richtung von Axel Schlosser.

Seit 30 Jahren erfolgreich unterwegs

Den in diesen Wochen wohl unvermeidlichen Bezug zum Fußball hatten die Musiker bereits zuvor hergestellt, in dem sie gleich als zweites Stück Max Gregers Titelmelodie des Aktuellen Sportstudios spielten. Axel Schlosser lief danach im Deutschland-Trikot in die restaurierte Hofreite ein. Dann war es aber auch genug mit Fußball, Schlosser wechselte ins „normale“ Konzert-Outfit.

Seit mehr als 30 Jahren ist die Rodgau-Jazz-Big-Band auf nationalen und internationalen Bühnen unterwegs. Neben zahlreichen regionalen Auftritten wurde sie schon bei vielen Jazzfestivals im In- und Ausland gebucht und war mehrmals Gast in namhaften Jazzkellern des Landes. „Ohne Dirigent und hierarchische Leitung, dafür aber mit dem Credo: ,Die Gruppe weiß mehr als der Einzelne‘, erfindet sich das Orchester immer wieder neu“, schreiben die Mitglieder in einem Infoflyer über ihre musikalische Arbeit. Neben Arrangements der großen Jazzklassiker über Gesangsstandards und Evergreens lässt die Rodgau-Jazz-Big-Band immer wieder auch die aktuellen Big-Band Sounds erklingen.

„Das Wetter spielt mit, und die deutsche Mannschaft spielt heute nicht“, hatte Albert Böttner vor dem Konzert die Grundvoraussetzungen für einen guten Besucherzuspruch genannt. Bereits zum vierten Mal war der „Dinjer-Hof“ Schauplatz einer Veranstaltung des Jazzclubs. „Besser könnte es vom Wetter fast nicht sein. Vielleicht noch zwei, drei Grad wärmer“, meinte Böttner am Abend. Von den einige Tage zuvor noch angesagten Regen war jedenfalls glücklicherweise nichts zu sehen.

So wirkt Musik auf unseren Körper

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Rund 100 Besucher waren am Samstag der Einladung gefolgt und belohnten damit das Engagement des Clubs. Der Vorstand hatte in der Vergangenheit nicht immer nur positive Erfahrungen mit Veranstaltungen außerhalb des Jazzkellers gemacht. „Wenn wir aus dem Jazzkeller heraus gehen, haben wir immer ein wenig das Problem, dass sich die Leute schwer tun“, musste Böttner feststellen. Trotz dieser Schwierigkeiten will er an Konzerten außerhalb des Stammhauses in der Neckarstraße festhalten. „Das wird sicher nicht die letzte Veranstaltung hier im „Dinjer-Hof gewesen sein“, versprach er.

Der Jazzclub eröffnete mit seinem Open Air ein musikalisches Wochenende in der Pfarrgasse. Gestern war dann der Musikverein 03 Ober-Roden mit seiner „Sommermusik“ an der Reihe. (Bericht folgt.) Nächsten Samstag geht"s gleich weiter. Ab 20 Uhr bittet das Alternative Zentrum zur afrikanischen Nacht. Die Besucher haben die Wahl zwischen der Musik von Ben Mujinga und der Live-Übertragung des WM-Spiels zwischen Deutschland und Ghana. Der Null-Euro-Eintritt macht die Entscheidung leicht.

ey

Quelle: op-online.de

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