Kunst zu Gast beim Jazzclub

Sie inspirierten sich gegenseitig: die Künstler der Rödermärker Künstlergruppe KiR (im Bild Lou Heinrich) und die Musiker des Jazzclubs Rödermark, die sich alle vier Wochen freitags locker zur Jamsession treffen.Foto: Ziesecke

Ober-Roden - (chz) Anlässlich seines 30. Geburtstags wagte sich der Jazzclub Rödermark auf neues Terrain vor. Er lud sich zur monatlichen Jamsession die Rödermärker Künstlergruppe KiR ein und wartete, was passiert. Es passierte viel, und am Ende des Abends waren sich alle Beteiligten einig, dass das Experiment gelungen war und sich gelohnt hat.

Entstanden war die Idee aus einem Gespräch zwischen der damaligen stellvertretenden Jazzclub-Vorsitzenden Lisa Gericke-Emmel und der KiR-Vorsitzenden Sylvia Baumer; der Erfolg waren aktiv zeichnende, malende oder gestaltende KiR-Künstler im Jazzkeller, die sich von den Musikern der Jamsession zu ihrer Kunst inspirieren ließen, während die Musiker sich spontan und mit viel kreativen Ideen auf die ihnen präsentierten wechselnden Kunstwerke einließen und sie interpretierten mit Klassikern aus dem Jazzrepertoire oder mit spontanen Improvisationen.

So etwa antworteten sie mit „Stormy Weather“ und mit „Night and Day“ auf ein Fühl-Bild von Thomas Ruhl, das - von Kazanzakis‘ Erzählung „Ach“ inspiriert - ein Boot auf dem nächtlichen Meer zeigt. Ruhl selbst, der den Abend organisierte und moderierte, arbeitete während der Musikvorträge mit Ton, Lou Heinrich gestaltete ein großes Aquarell, viele der Künstler entwarfen Skizzen der Musiker oder entwickelten Collagen mit Liedtexten - ein großes Atelier im Jazzkeller.

Bei lockerer und kreativer Atmosphäre profitierten nicht nur Musiker und Künstler voneinander, sondern vor allem auch die Zuhörer, zu denen nur wenige Stammgäste gehörten. Sie müssen sich im Jubiläumsjahr an das Neue wohl erst gewöhnen, aber sie werden dazu die Möglichkeit bekommen. Beide Seiten möchten die Veranstaltung als lockere Reihe fortsetzen. Vorsitzender Albert Böttner kann sich auch vorstellen, dass die an diesem Abend entstehenden Werke in Gestalt großer Fotos als kleine Galerie im Flur und im Treppenhaus des Jazzclubs verewigt werden. Und auch eine zweite Weiterung wird der experimentelle Abend haben: Das große Aquarell mit dem Motiv der Musiker auf der Bühne, das Lou Heinrich während der Veranstaltung hingebungsvoll gestaltet hat, wird in der akademischen Feier des Jazzclubs am 7. November versteigert.

Quelle: op-online.de

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