Kunstradler ein Störfaktor?

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Der Platz zwischen Jugendzentrum und Kulturhalle ist eigentlich eine ideale BMX-Bahn - meinen diese Jungs. Doch nicht allen gefällt’s.

Ober-Roden (lö) - Vor der Kulturhalle kann man richtig cool seine Kunststückchen auf dem BMX-Rad machen. Kai Keck und seine Kumpels haben die Stufen, Bänke und Rampen vor Ober-Rodens guter Stube als Abenteuerspielplatz entdeckt.

Seit gut einem Jahr tummeln sich dort bei schönem Wetter zwei Dutzend Neun- bis 16-Jährige. Was nicht jeden freut. „Da kam so ein Typ und hat uns verjagt“, schimpft Kai. Gut 250 Unterschriften haben die jungen Biker gegen die Vertreibung gesammelt und Bürgermeister Roland Kern (AL) überreicht: „Der Stein geht doch davon nicht kaputt!“

Es waren auch keineswegs die Steine, die sich beschwert hatten. Die Teilnehmer eines Meditationskurses und eines Firmenseminars in der Kulturhalle fühlten sich gestört, fand Kern heraus und suchte einen Kompromiss. Grundsätzlich habe die Stadt nichts gegen die Jugendlichen - „Wenn"s erträglich ist.“

Kern will den kleinen Dienstweg zwischen Kulturhalle und Jugendzentrum, das die BMX-Radler besuchen, nutzen, um allen Seiten gerecht zu werden: Stehen lärmempfindliche Veranstaltungen an, informieren die Kulturhallemitarbeiter ihre Kollegen vom JUZ, und die überzeugen die Biker von einer Pause.

Soweit die Theorie, die es zunächst einmal zu erproben gilt. Langfristig will die Stadt einen BMX-Parcours auf dem Festplatz anlegen. Doch dafür muss sie den Bebauungsplan ändern. Auch der neue Spielplatz am Maiglöckchenpfad könnte Heimat der jugendlichen Biker werden.

An der Kulturhalle müssen die Radler nämlich auch aufpassen, dass sie nicht unter die Räder kommen. Mancher Autofahrer hält das Schild „Verkehrsberuhigte Zone“ für eine unverbindliche Empfehlung. Und mancher Biker die unübersichtliche Rampe in die Tiefgarage für einen autofreien Downhill-Hang.

Quelle: op-online.de

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