Viele Kunden am Labormobil

Wasser aus dem Brunnen unter der Lupe

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Bei der reinen Gießwasseruntersuchung kann Diplomphysiker Harald Gülzow gleich im Labormobil Nitrat-, Eisen- und pH-Werte bestimmen und den Brunnenbesitzern weitergeben. Brauchwasseruntersuchungen werden im Zentrallabor gemacht und die Auswertung schriftlich versandt.

Urberach - Eine Analyse des örtlichen Brunnenwassers bot der Verein VSR-Gewässerschutz an einem Labormobil an. Je nach Kundenwunsch konnten die mitgebrachten Proben gleich vor Ort im Schnelltest untersucht oder zu einer intensiveren Analyse eingeschickt werden.

Schon kurz nach der Laboröffnung auf dem Festplatz kamen Erich und Elvira Sieber aus Nieder-Roden mit einer fast bis zum Verschluss gefüllten Wasserflasche zu Diplomphysiker Harald Gülzow. Sie nutzen ihr Brunnenwasser zum Gießen und wollten wissen, ob sie damit auch Nutzland spritzen können. Deshalb riet ihnen der Gewässerexperte zur zweiten der zahlreichen unterschiedlich intensiven und unterschiedlich teuren Untersuchungen. Die einfache Gießwasseruntersuchung auf Nitrat, Eisen, ph-Wert und Leitfähigkeit einschließlich einer Bewertung kostet19 Euro. Dafür hatte man aber schon mittags das Ergebnis. Bei einer genaueren Untersuchung hingegen wird zusätzlich die Eignung als Gießwasser für Gemüse, Planschbecken oder die heimische Waschmaschine getestet - vor allem auf versteckte Keime. Macht 38 Euro. Dieser Test wird im Zentrallabor des VSR-Gewässerschutz durchgeführt und das Ergebnis mit der Post nach rund einer bis eineinhalb Wochen verschickt. Natürlich einschließlich einer Auswertung und einer Empfehlung. „Wir lassen Sie mit den Messwerten nicht allein“, versprach der Experte. Darunter fallen auch Möglichkeiten, wie die eventuellen Belastungen zu verringern sind.

Bei Ehepaar Sieber ist die Gefahr gering, denn ihr Brunnen, den sie erst im vergangenen Jahr angelegt haben, reicht zwölf Meter tief in den Untergrund, wo die Belastungen aus den oberen Erdschichten kaum mehr ins Gewicht fallen. Die Trinkbarkeit des gezapften Brunnenwassers war damit allerdings nicht erwiesen. Dazu müsste eine erweiterte Trinkwasseruntersuchung durchgeführt werden. Die Belastungen sind regional unterschiedlich, „doch hier in der Ecke, wo wir gerade in Südhessen unterwegs sind, ist es meist recht gut“, versicherte Gülzow. Jeden Vormittag ist er unterwegs, im Schnitt hat er rund 20 Kunden. „Früher waren es überwiegend 40-Jährige und Ältere, heute sind viele 20-Jährige dabei – das Interesse ist eindeutig gestiegen. Die bewusste Ernährung aus dem eigenen Garten oder das möglichst saubere Wasser im Planschbecken sind den Bürgern wichtiger geworden. Und die Zahl der Brunnen steigt.“

Die Qual der Wahl: Solls"s die schnelle Analyse auf Nitrate, Eisen und den pH-Wert gleich am Stand bei Harald Gülzow (links) oder eine gründliche Gieß- und Brauchwasseruntersuchung sein?

Sollten Keime im Brunnenwasser auftauchen oder etwa hohe Nitratwerte gemessen werden, wird vor allem vor dem Gießen damit kurz vor der Ernte gewarnt und – wenn möglich – Ursachenforschung betrieben. Eine hohe Nitratbelastung gilt etwa ab 100 Milligramm pro Liter. Es passiert im Labor aber nur ein-, zweimal im Jahr, dass vom Rasengießen abgeraten werden muss. „Deshalb sind private Brunnen hierzulande auch meldepflichtig, damit bei einer drohenden Gefahr rechtzeitig direkt gewarnt werden kann.“ Nur etwa jeder zehnte Brunnen hat ein erkennbares Problem. Manche Untersuchungen erfordern auch ergänzende Analysen. Die Proben dafür können jederzeit auch per Post eingereicht werden. Eine Telefonsprechstunde rund ums Thema Brunnenwasser-Qualität hält der Experte Harald Gülzow jeden Freitag von 9 Uhr bis 12 Uhr unter der Nummer 02831/976523.

(chz)

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Quelle: op-online.de

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