Hundeglück und nagende Zweifel

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Michelle und Celine Schneider (rechts und 2. von rechts) freuen sich mit ihren Cousinen Betty und Nelly Hermann über „Lottes“ glückliche Heimkehr.

Ober-Roden (lö) - „Lotte“ ist wieder zu Hause! Die elf Monate junge Labradorhündin der Familie Schneider, die vorigen Dienstag ausbüxte, wurde im Tierheim Münster abgegeben, wo die Schneiders sie glücklich in die Arme schlossen.

Vier Tage banges Warten hatten ein gutes Ende gefunden. Wie genau „Lotte“ verschwand, wissen Uwe und Sandra Schneider nicht. Sie war mit ihrem Herrchen morgens noch übers eingezäunte Grundstück getollt, doch als er sie ins Haus rufen wollte, war sie weg. „Das waren gerade mal drei Minuten“, schätzt Uwe Schneider. Er schwang sich sofort aufs Fahrrad und suchte die Umgebung ab - vergebens. Seine Frau Sandra schaltete Polizei, Ordnungsamt, Forstamt und Tierschutzverein ein und kämpfte sich durchs Internet: „Ich war in allen Foren unterwegs, die irgendwie mit Hunden zu tun hatten.“ Doch auch ihre Mühe war umsonst.

Ähnlich ging"s den Töchtern Celine (12) und Michelle (10), die nachmittags Klassenkameraden und andere Freunde zusammentrommelte und mit ihnen unter jeden Busch im Ober-Röder Feld schauten.

Die Sorge wuchs von Tag zu Tag. Denn „Lotte“ ist ebenso zutraulich wie verspielt. So ein liebes Tier nimmt jeder gern mit, befürchtete Sandra Schneider. An schlimmere Sachen wie Hundefänger oder Tod unterm Auto mochte sie erst gar nicht denken.

Sorge wuchs von Tag zu Tag

Ihr früherer Klassenlehrer Reinhold Franz, der neben dem Haus einen Garten beackert, schlug dann vor, doch unsere Zeitung mit in die Suche einzubeziehen. Am Freitag berichtete die OFFENBACH-POST über „Lottes“ Verschwinden.

Am Samstagmorgen kam der erlösende Anruf. Die Tierschutzorganisation Tasso, bei der die Schneiders ihren Hund registriert hatten, teilte mit, das „Lotte“ gefunden worden sei. Ein Unbekannter hatte sie ins Tierheim nach Münster gebracht.

Und genau das macht Uwe Schneider stutzig: „Wir fragen uns jetzt natürlich, was ist in diesen vier Tagen passiert?“ Denn als „Lotte“ ausbüxte, trug sie ein Halsband mit Namen, Adresse und diversen Handynummern ihrer Besitzer sowie der Steuermarke der Stadt Rödermark. Das war weg, „Lotte“ konnte nur dank des Tasso-Chips identifiziert werden.

Uwe Schneider will bei aller Freude und Dankbarkeit über die glückliche Rückkehr nicht ausschließen, dass ein vermeintlicher Tierfreund „Lotte“ abgegriffen hat und behalten wollte. Sie war nämlich gesund und wohlbehalten, zeigte keinerlei Spuren von Hunger, Durst oder vom Herumstreunen durchs Feld. Vielleicht, so die Vermutung der Familie Schneider, hat der oder die Unbekannte ja durch den Zeitungsbericht gemerkt, wie intensiv nach der jungen Hündin gefahndet wurde, und bekam kalte Füße.

Quelle: op-online.de

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