Längst über das Kinderalter raus

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Zur Eröffnung der „Orwischer Woigass“ und zum Bummel von Stand zu Stand zieht es alle Jahre Vertreter von Politik und Vereinen und natürlich auch gekrönte Häupter – dieses Mal die Groß-Umstädter Weinprinzessin Franziska (Mitte).

Urberach (chz) - „Mein Baby ist erwachsen geworden!“ Fast ehrfürchtig staunte Peter Müller, der geistige Vater der Orwischer Woigass, bei der Eröffnung am Samstag.

Bis zum 18. Geburtstag sind es zwar noch ein paar Jahre, aber auch 12 Weinfeste mitten im Ort können sich sehen lassen. Die Groß-Umstädter Weinprinzessin Franziska Jourdan adelte die Veranstaltung, und schon zur Eröffnung flossen bei recht kühlen Temperaturen die ersten leckeren Tröpfchen – natürlich aus dem Groß-Umstädter Anbaugebiet.

„Ich heirate, ich brauch das Geld“ stand auf dem Polohemd beim Junggesellinnenabschied von Kerstin zu lesen – da ließ sich niemand lumpen und kaufte der angehenden Braut doch gerne selbstgebackene und liebevoll verzierte Plätzchen und kleine bunte Wackelpuddings ab.

Stadtverordnetenvorsteher Jörg Rotter dankte nicht nur dem Vereinsring und hier speziell Dieter Hüllmandel für seine Bemühungen um dieses Fest, sondern auch den Anwohnern in der Bachgasse und Umgebung, die nicht nur geduldig die Umstände ertragen, sondern selbst mitmachen. Gemeinsam mit der Urberacher Bundestagsabgeordneten Patricia Lips kam auch Landrat Oliver Quilling - zum zweiten Mal schon - hierher: „Zum Einen ist es das erste Weinfest im Jahr, alle anderen sind erst im Spätsommer oder Herbst. Und außerdem ist die Atmosphäre in dieser Gasse einmalig. Peter Müller als Vater der Woigass macht auch an anderen Stellen das Leben in Rödermark noch etwas lebenswerter.“ Dem herzlichen Beifall der Gäste folgte das erste gemeinsam erhobene Glas.

Bummel durch die Bachgasse

Beim Bummel durch die Bachgasse orientierten sich viele Besucher an einem Ausspruch des deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe. „Solang man trinken kann, lässt sich’s noch glücklich sein!“ Mit vielen weiteren Dichterkollegen hängen seine Weisheiten rund um den Wein derzeit im Töpfermuseum, wo sie der Heimat- und Geschichtsverein auch noch am 3. Juni von 15 bis 18 Uhr präsentiert.

Doch nicht nur gute Tropfen aller Anbaugebiete gab"s ausreichend in der Woigass. Viele der Vereine und Gruppen - von den Kleingärtnern bis zum katholischen Frauenkreis - kredenzten neben edlem Rebensaft auch die passenden Schmankerl wie etwa die immer wieder gern verzehrten Elsässer Flammkuchen, welche die Urberacher Pfadfinder bergeweise backten, oder die krossen Skiclub-Twister, Kochkäse, Schmalzbrot oder frische Brezeln ebenso wie natürlich Käse mit Trauben.

Bilder von der Orwischer Woigass

„Orwischer Woigass“ im Herzen von Urberach

Die KSV-Garde etwa sammelte dabei unaufdringlich für neue Kostüme. Zugleich baten die Mädels aber auch wie viele der Marktbetreiber um Spenden für Ayleen, ein an Knochenkrebs erkranktes Groß-Umstädter Mädchen, dem im August auch das nächste Event der Kinderhilfe-Stiftung auf dem KSV-Sportplatz gewidmet ist.

In der Woigass hieß es denn auch am Samstag Abend trotz der großen Konkurrenz des Pokal-Endspiels im Fernsehen: „Ein leeres Glas gefällt mir nicht, ich will, dass was darinne ist!“ – frei nach Wilhelm Busch, der ebenso wie viele seiner Dichterkollegen einem guten Wein mehr als zugetan war. Ein paar Wärmegrade mehr hätte den Durst sicherlich verstärkt, doch auch bei eher herbstlichen Temperaturen genossen die Orwischer und ihre Gäste die 12. Woigass mit ihren liebevoll geschmückten Marktständen und Weininseln.

Quelle: op-online.de

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