Seit Jahren steigende Kauf- und Mietpreise

Land unter für Häuslebauer?

+
Auch wenn’s momentan nicht so aussieht: Der alte Festplatz Ober-Roden wird zu einem kleinen Baugebiet. Die Nachfrage nach den Grundstücken war dermaßen groß, dass der Magistrat losen musste, welche Bewerber den Zuschlag bekamen.  

Rödermark - Nicht nur die Mieten schießen in die Höhe, sondern auch die Preise für Hausbau und Hauskauf. Das ist längst eine Binsenweisheit. Neu hingegen ist die Tatsache, dass Rödermark bei den Steigerungsraten im Kreis ganz vorne liegt. Von Michael Löw

Das schließt jedenfalls die SPD aus den Antworten des Magistrats auf eine parlamentarische Anfrage. Wie haben sich Miet- und Kaufpreise für Immobilien in den vergangenen zehn Jahren entwickelt? Das wollte die SPD vom Magistrat wissen und hat Antworten bekommen, die nach Ansicht des Fraktionsvorsitzenden Samuel Diekmann „einigen politischen Sprengstoff bergen“. Er verweist auf das Online-Portal immobilienscout24.de: Demzufolge führe Rödermark zusammen mit Mainhausen und Hainburg das Mieten-Ranking im Kreis Offenbach an.

In den Urberacher Rennwiesen tut sich einiges. Doch manches Großprojekt hat Nachbarn auf die Palme gebracht. 

Und nach Mietern bekommen verstärkt potenzielle Bauherren oder Hauskäufer den Mangel an bezahlbaren und bedarfsgerechten Immobilien zu spüren. Der Magistrat berief sich bei der Beantwortung der SPD-Anfrage auf den Immobilienbericht 2017 für den gesamten Kreis Offenbach. Hier seien in den vergangenen sieben Jahren die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 34,7 Prozent auf 463.500 Euro und für Reihen- und Doppelhäuser um 36,8 Prozent auf durchschnittlich 362.500 Euro gestiegen. Diekmann ist sicher: Im verkehrsgünstig gelegenen Rödermark wird für Häuser weit mehr verlangt - und auch bezahlt.

Doch selbst bei den kreisweiten Durchschnittswerten liegt der Preis für neue Eigentumswohnungen bei 2950 Euro (Bestandswohnungen: 1650 Euro) je Quadratmeter. „Dies bedeutet einen Anstieg alleine im letzten Jahr um 3,5 Prozent bei neuem beziehungsweise bei schon länger bestehendem Wohnraum um 6,5 Prozent“, stellt Diekmann fest und fragt: „Wer soll das bezahlen?“ Denn eine 100 Quadratmeter große Eigentumswohnung kostet rund 300.000, ein Einfamilienhaus rund eine halbe Million Euro. Solche Summen seien selbst bei Hypothekenzinsen um die zwei Prozent für Normalverdiener kaum zu finanzieren.

Die Sozialdemokraten zeigten sich in einer Pressemitteilung frustriert darüber, dass vor allem mit der AL/Die Grünen wenig neue Flächen für Wohnraum zu realisieren seien. Diekmann: „Bei dem letzten Mini-Baugebiet mit 3,3 Hektar Fläche am ehemaligen Festplatz in Ober-Roden hat der Magistrat in seiner Not das Los über die zahlreichen Bewerber für Bauland entscheiden lassen.“

Selbstverständlich müsse Rödermark mit seinen Bauland-Ressourcen achtsam umgehen. „Aber als eine der wenigen Kommunen im Kreis, die noch Flächen hat, sollten wir diese auch bedacht nutzen“, fordert Diekmann. Junge Leute mit guter Ausbildung würden sonst die Stadt verlassen müssen, wenn sie sogar den Traum von einem kleinen Haus verwirklichen wollen.

Bilder: Herbstmarkt in Rödermark

Die CDU zeige sich in den Ausschüssen grundsätzlich offen, wenn’s um Bauplätze für Familien geht. Doch wenn’s zum Schwur kommt, knickt sie vor ihrem Koalitionspartner ein, kritisiert Diekmann. Selbst ein sozial- ökologisches Flächenkonzept, wie es die SPD im Sommer für die Kapellenstraße vorgeschlagen hatte, wurde abgelehnt.

Schwarz-Grün betreibt nach Ansicht der SPD eine falsche Flächenpolitik. Sie weise lieber 20 Hektar neue, teils umstrittene Gewerbe- als Wohngebiete aus. Die Entwicklung des Ober-Röder Festplatzes oder vereinzelte Projekte unter dem Stichwort „Innenstadtverdichtung“ sind für Diekmann nur ein Tropfen auf heißem Stein: „So kann man Preisentwicklung und Wohnraummangel nicht stoppen!“ Positiv bewertet die SPD jedoch die Zustimmung auch der Koalition zu einer 20-Prozent-Quote für Sozialwohnungen in Neubaugebieten. Diese Vorgabe müsse jeder Investor erfüllen.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare