Die ist Landkarte überflüssig

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Komfortable Liegeräder - mit und ohne elektrischen Hilfsmotor - sollen die Verkaufshits des Sommers werden. Das jedenfalls hoffen Hersteller und Händler.

Ober-Roden - (lö) Ausreden lässt Dieter Fröhlich keine mehr gelten. Mit dem Fahrrad zur Arbeit ist seiner Ansicht nach ein Muss, das der Gesundheit gut tut, die Umwelt schont und den Öl-Multis ein Schnippchen schlägt.

„Wir haben hier das ideale Terrain zum Radfahren“, sagte Fröhlich gestern beim fünften Informationstag des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Der Kreis Offenbach und die Kommunen haben ein nahezu lückenloses Wegenetz angelegt und ausgeschildert. Und verschwitzt muss auch kein radelnder Banker mehr im Büro ankommen: Fahrräder mit Elektromotor, so genannte Pedelecs, verhindern lästiges Transpirieren auf dem Hinweg. Kräftig in die Pedale treten kann man ja auf dem Weg nach Hause.

Neun Händler und ebenso viele Regionen und Radreiseveranstalter zeigten in der Kulturhalle Neues und Bewährtes, führten Fahrräder für nahezu jeden Zweck und einzelne Komponenten vor, informierten über Schutzausrüstung und gesundes Sitzen, gaben Tipps für kurze Touren und lange Urlaube.

Navigieren leicht gemacht: Technisch begeisterte Biker arbeiten am heimischen PC eine Route aus und übertragen sie auf das mobile GPS-Gerät, das unterwegs dann rechtzeitig auf die nächste Abzweigung hinweist.

Die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger wies darauf hin, dass der Kreis vor zwei Jahren sein Radwegenetz mit 165 großen Schildern und mehr als 1 000 Zwischenwegweisern so vernetzt hat, dass eine Landkarte meist überflüssig ist. Fröhlich dankte dem Kreis ausdrücklich dafür, sagte aber auch: „Wir vom ADFC mussten da lange bohren!“In den Nachbarkreisen Darmstadt und Groß-Gerau habe es schon Jahre vorher eine einheitliche Beschilderung gegeben.

Bürgermeister Roland Kern schätzt den ADFC als kompetenten Partner bei Radwegeplanung und Verkehrssicherheit. So habe der Kreisvorsitzende Stefan Janke an der jüngsten Verkehrsschau von Stadt und Polizei teilgenommen und berate die Verwaltung bei der Planung des Rödermark-Rundwegs.

Neun Händler zeigten gestern in der Kulturhalle Fahrräder für alle Zwecke.

Den hatte Willi Böllert aus Ober-Roden voriges Jahr bei einer gemeinsamen Aktion von Gewerbeverein und Magistrat vorgeschlagen. Diverse Startschwierigkeiten verhinderten seine Eröffnung zur Zweirad-Saison 2008, diesen Sommer soll‘s aber soweit sein, versprach Bürgermeister Kern. Eine letzte Lücke klaffe nur noch auf dem Teilstück zwischen der Bulau und dem Jochert in Urberach. Hier überquert der Radweg, der sich auch ein gutes Stück an der Apfelwein-Route orientiert, die B 486.

Der ADFC-Kreisverband hat rund 1 200 Mitglieder und ist die am schnellsten wachsende Regionalgruppe Deutschlands.

Quelle: op-online.de

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