Rettung in letzter Sekunde

Vierfachen Opa ins Leben zurück geholt

Günter Birth (rechts) hat Celalettin Gemici das Leben gerettet, als der vierfache Großvater in Offenbach zusammengebrochen war.

Ober-Roden - Günter Birth hat geholfen, als andere nur gafften, und so einem Menschen ins Leben zurück geholt. Von Christine Ziesecke

Denn Celalettin Gemici, der in Offenbach auf der Straße zusammengebrochen war, war klinisch tot; Günter Birth belebte ihn so lange wieder, bis der Notarzt eintraf. „Celalettin Gemici ist vor meinen Augen gestorben, er hatte einen Kreislaufstillstand“, beschrieb Birth die dramatischen Sekunden. Eine Kollegin der Firma Editho hatte ihn in heller Aufregung an die Unglücksstelle gerufen, wo sich schon eine Menschentraube gebildet hatte - in gebührendem Abstand und ohne erkennbare Hilfsabsichten. Der Mann am Boden schnappte mit verzerrtem, blutverschmiertem Gesicht nach Luft. Günter Birth brachte ihn gerade in die Seitenlage, als er bemerkte, dass der Gestürzte ein letztes Mal ausatmete und kein Puls mehr zu fühlen war.

Birth: „Nun musste kommen, was man immer vor sich her schiebt: Lieber Gott, lass den Kelch an mir vorüber ziehen.“ Es blieb dem beherzten Ober-Röder aber nichts anderes übrig, als das letzte Wissen seines über 40 Jahre zurückliegenden Rot-Kreuz-Kurses zu reaktivieren und mit Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzmassage das Unmögliche zu versuchen. „Ich habe dem Mann mindesten zwei Rippen gebrochen“, schildert Birth die Wucht seiner Bemühungen. Nach 30 Sekunden etwa reagierte sein Gegenüber: „Ich fühlte mich, als hätte ich einen Lichtschalter betätigt.“

„Alles wie in einem Film“

Günter Birth setzte seine Anstrengungen fort, bis nach rund 15 Minuten das Rettungsteam eintraf. „Ich riss ihm die Kleidung vom Oberkörper, die Rettung legte den Defibrillator an, und dann war alles wie in einem Film.“ Immer noch ist er beeindruckt von den Sanitätern, die ihre Arbeit mit Souveränität und Hingabe für den Menschen ausführten, und der Unterstützung durch die Polizei. Der Verunglückte wurde in die Sana-Klinik gebracht, wo das Bangen und Warten begann. Erst nach 14 Tagen im Koma wurde Celalettin Gemici von der Intensiv- auf eine andere Station verlegt. Nach der Reha wird er wieder ein zwar eingeschränktes, aber weitgehend normales Leben führen können. „Der Einsatz hat sich gelohnt. Nun kann er seine Kinder und vier Enkelkinder wieder in die Arme schließen.“

Erste Hilfe bei Herzinfarkt

Erste Hilfe bei Herzinfarkt

Vor ein paar Tagen stand Celalettin Gemici vor der Tür von Günter Birth in der Pilsener Straße, um sich zu bedanken. „Als ich ihm den Hergang schilderte, brach er in Tränen aus.“ Celalettin Gemici wünscht sich mehr Menschen, die helfen und Einsatz zeigen, schließlich kann es jeden einmal selbst treffen.

Auch Günter Birth ist glücklich über seine Hilfe, die zur Lebensrettung wurde, wie ihm auch Ärzte bestätigt haben, und macht allen Menschen Mut dazu: „Die Ersthilfe war gar nicht so schwer - man muss es nur tun.“

Quelle: op-online.de

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