Lehrerstudium als „Plan B“

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Alina Müller

Rödermark (chz) ‐ Schauspielerei – höchstes Ziel oder brotlose Kunst? Wir sprachen darüber mit Alina Müller.

Sie spielen schon lange genug selber und sind oft genug in Theatern unterwegs, um zu wissen, was Sie in diesem Beruf erwartet. Was erwarten Sie selber davon?

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Auf der Bühne steht die Welt Kopf

In den letzten Jahren hat sich der Berufswunsch zunehmend verfestigt. Es ist beides: selber spielen wollen, sich auf Rollen einlassen, aber auch vor Publikum auftreten. Sicher ist es nicht mein Ziel, bei der Tourneebühne irgend eines Landestheaters zu landen; jeder Schauspieler möchte auf eine feste große Bühne. Natürlich könnte ich mir auch irgendwann so ein Wohnzimmertheater wie hier in Urberach vorstellen – sicher nicht in den ersten Jahren, aber wenn man sieht, was die Nedelmanns hier geschaffen haben und wie glücklich sie damit sind, sicherlich.

Wie gehen Sie mit den vielen Absagen um?

Es ist jedes Mal eine Enttäuschung, es sind ständige kleine Niederlagen. Nach der Absage, nach der zweiten Runde in Berlin, saß ich eine Stunde apathisch im Schnee, bis ich halb erfroren war. Meist lasse ich den Frust aber sofort in langen Telefonaten mit meiner Familie raus.

Und was motiviert Sie, sich das immer wieder anzutun?

Es ist wie eine Sucht nach dem Vorsprechen. Man hangelt sich am seidenen Faden entlang in der Hoffnung: das nächste Vorsprechen, die nächste Schule – das klappt!

Gibt es für den Ernstfall einen „Plan B“?

Ja, Studium des Grundschullehramts, das habe ich immer schon im Hinterkopf gehabt. Aber je öfter ich vorspreche, um so mehr rutscht dieser Plan B ganz weit weg.

Quelle: op-online.de

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