Diskussionen über Leinenzwang

Hundevereine befürchten ein Kesseltreiben

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Rödermark - Zwei von drei Rödermärker Hundevereinen haben die Kritik zurückgewiesen, sie hätten die Ausschuss-Sitzung zum Leinenzwang geschwänzt.

Sie hätten nachvollziehbare Gründe für Fernbleiben gehabt, erklärten Hans Böhm (Hundesportverein Rödermark) und Udo Neldner (Club der Hundefreunde Waldacker). Böhm befürchtete sogar ein Kesseltreiben gegen Hundefreunde. „Meine Einladung war zu einer Sondersitzung zum Schutz von frei lebenden Tieren in der Brut- und Setzzeit. Diese hätte ich auch gerne besucht, nur klar wurde schon im Vorfeld, dass diese in eine andere Richtung gelenkt wurde, bewusst vermute ich mal“, unterstellt Böhm dem Ausschuss Parteilichkeit. Auf diese Ebene hätte er sich „nicht herablassen wollen“: Denn in den 45 Jahren, in denen er mit Hund und Menschen arbeitet, habe er „aufschlussreiche Erfahrungen“ gemacht.

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Extrem hohe Raubtierdichte

Bei den Schlagworten wie „Raubtierdichte“ (Dr. Rüdiger Werner, Naturschutzbund), „asozial und rücksichtslos“ (Hundebesitzerin aus Ober-Roden) oder „Hausrecht“ (Ortslandwirt Werner Gaubatz) , die in der Sitzung gefallen sind, wäre es ihm schwer gefallen, sachlich zu bleiben, räumt Böhm ein. Der Hundesportverein bietet auf seinem Gelände an der Kläranlage unter anderem Begleithundeprüfungen an. Wer einen solchen Kurs besucht, hat nach seiner Ansicht keine Probleme mit seinem Hund - auch wenn er ohne Leine im Feld läuft.

Konflikt entschärfen

„Diese Sitzung war ursprünglich für Ende 2013 angesetzt und wurde ein- oder zweimal verschoben und zuletzt für den 19. Februar angesetzt - zu einem Zeitpunkt, an dem die Beschlüsse für die Brut-und Setzzeit bereits gefasst waren“, wollte sich Udo Neldner vom chw nicht vor vollendete Tatsachen stellen lassen.

Diese Kritik hatten Erster Stadtrat Jörg Rotter (CDU) und Ausschussvorsitzender Gerhard Schickel (AL) schon während der Sitzung zurückgewiesen. Das Stadtparlament habe in der Tat am 18. Februar die Satzung über den Leinenzwang während der Brut- und Setzzeit beschlossen. Neu darin sei aber lediglich die Begrenzung der Leinenlänge auf fünf Meter, der Rest entspreche weitgehend der Vorgängersatzung. Mit der Sondersitzung habe die Stadt nach Möglichkeiten gesucht, den Konflikt zwischen Hundebesitzern, Landwirten, Jäger und Naturschützern sowie zwischen Hundebesitzern untereinander grundsätzlich zu entschärfen. 

Quelle: op-online.de

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