Demenzgruppe hat endlich Platz

„Leuchtturm“ der Arbeiterwohlfahrt im Franziskushaus daheim

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Bewegung hält jung – und macht Spaß, wenn’s zur Musik und bunten Tüchern im „Leuchtturm“, der AWO-Demenzgruppe, passiert. 

Seit seiner Gründung vor 13 Jahren strahlte der „Leuchtturm“, die Demenzgruppe der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Rödermark, im Bürgertreff Waldacker. Dessen Räume reichten für die begrenzte Teilnehmerzahl.

Urberach – Doch mit steigender Besucherzahl und mit der Nutzung des Bürgertreffs unter anderem durch die „Waldmeister“ wurde es dort immer enger. Gespräche mit den Verantwortlichen des Urberacher Franziskushauses, in dem auch eine Dementen-Wohngemeinschaft untergebracht ist, brachten die Lösung. Der Platzmangel hat nun ein Ende.

Nach Weihnachten zog die Gruppe um und trifft sich seither jeden Montag von 13.30 bis 17 Uhr im Parterre. Mittlerweile haben sich die Demenzkranken eingelebt. Im Franziskushaus wird erst Kaffee getrunken und gebabbelt, danach bringt die Leiterin Barbara Kron die derzeit 14 regelmäßigen Gäste behutsam in Schwung – mit Singen, Spielen, Gymnastik oder Tanzen. „Es werden immer mehr Besucher. Ich habe noch zwei Gespräche zuhause bei den Interessenten vor mir – es wird also wieder Zuwachs geben“, erläutert Barbara Kron, die zuerst Hausbesuche abstattet, um ein Gefühl dafür zu bekommen, „ob es passt“.

Ein „Neuer“ stand aber einfach vor der Tür, und schon nach der ersten Stunde zeigte er allen Teilnehmern im Saal, wie beweglich er ist und wie sehr er sich mit einem Tänzchen für die Musik bedankt. „Musik ist hier immer dabei“, erläutert Barbara Kron, Krankenschwester, Demenzbetreuerin und Tanztherapeutin. Und das merkt man sofort. Im „Leuchtturm“ wird gesungen, von Oldie bis Polka alles, was auch für Bewegung gut ist. Klatschlieder, kleine Tuch-Choreografien, einfache Tanzschritte – niemand bliebt hier sitzen. Außer er kann sich wirklich nicht bewegen, dann ist das natürlich erlaubt.

Die vier ehrenamtlichen Helferinnen an diesem Nachmittag haben alle Hände voll zu tun, jedem Gast als Tanzpartner gerecht zu werden – und hier kommt die große Sorge von Barbara Kron: „Wir haben immer mehr Besucher, dafür brauchen wir aber auch dringend mehr Ehrenamtliche Helferinnen und gerne auch, bei der hohen Männerzahl unter den Besuchern, einen männlichen Helfer.“ Neben der Vorbereitung und Durchführung der Nachmittage, mit denen vor allem für die an Demenz in unterschiedlichen Stadien Erkrankten neue Anreize geschaffen und betreuende Angehörige entlastet werden sollen, gibt es auch Angebote wie Angehörigenabende, die viele Familien gern in Anspruch nehmen.

Ebenso besteht die Möglichkeit, Barbara Kron bei häuslichen Problemen rund um den Demenzerkrankten anzurufen. Für die eigenen Mitarbeiter gibt es Fortbildungen, vor allem aber auch eine vierteljährliche Supervision, in der alle Mitarbeiterinnen besondere Problemfälle ansprechen können und Rat und Hilfe bekommen. Der Grundgedanke ist stets: Wie erreiche ich die Besucher? Dazu Barbara Kron: „Es geht immer nur ums Gefühl, aber das ist immer da. Da appelliere ich auch an meine Mitarbeiterinnen: Geht über das Gefühl; der Verstand muss manchmal ausgeschaltet werden.“  chz

Kontakt

Barbara Kron, z 06074 7288380 oder 0162 6463520, E-Mail barbarakron1@web.de, oder über die Vorsitzende der AWO Rödermark, Margot Acht, Goldammerweg 5, z 06074 3014011. Ein Informations-Flyer liegt in städtischen Einrichtungen und bei vielen öffentlichen Stellen aus.

Quelle: op-online.de

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