Liegt‘s am Neid der Männer?

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NILS WOLF (25), Verteidiger des FC Viktoria Urberach: Ich werde mir das EM-Finale nicht anschauen, weil ich Training habe. Aber ich habe auch kein großes Interesse am Frauenfußball. Der Name von Nadine Angerer (Torhüterin, Anmerkung der Redaktion) sagt mir etwas, aber mit den anderen Namen kann ich nichts anfangen. Aber das liegt vielleicht daran, dass man über die Medien weniger mitbekommt als bei den Männern.

Rödermark - 29. Juni, 2008, ein Rückblick: Die Straßen sind an diesem Sonntagabend so gut wie leer gefegt.. Wer‘s irgendwie ermöglichen kann, sitzt vorm Fernseher und verfolgt das Endspiel der Fußball-Europomeisterschaft zwischen Deutschland und Spanien. Von Michael Löw

MAIKE DRIES (14): Unsere ganze Familie ist Eintracht-Fans, und wir gucken alle gern Fußball. Und natürlich auch Frauenfußball. Aber das tun leider viel zu wenige; die meisten schalten um, wenn Frauenfußball im Fernsehen kommt. Dabei sind unsere Damen doch viel erfolgreicher als die Männermannschaft. Aber vielleicht ist ja auch der Neid der Männer verantwortlich für das geringe Interesse an der Frauen-Europameisterschaft.

Die Begeisterung für die „EURO 2008“ war wochenlang wie eine La Ola-Welle über die Republik geschwappt. Auch in Rödermark gab‘s kaum eine Kneipe und kein Fest, das nicht mit Beamer oder Flachbildschirm ums Ballackbegeisterte Publikum buhlte. Und heute, da war doch was - oder? Wieder steht eine deutsche Fußballnationalmannschaft im Finale einer Europameisterschaft. Doch wo sind sie, die schwarz-rot-gold beflaggten Autos, die flippigen Fanutensilien, die Public Viewing-Partys in den Städten? Silvia Neids Damentruppe genießt trotz etlicher Titel längst nicht die Popularität von Joachim Löw und seine Kicker. Wir fragten fünf Mädels und zwei Fußball-Fachmänner, ob sie trotzdem heute um 18 Uhr den Fernseher einschalten. Alle Antworten können Sie in der heutigen Ausgabe der Offenbach-Post nachlesen.

NORBERT RINK (54), Vorsitzender des FC Germania Ober-Roden: Beim Halbfinale habe ich nur das 3:1 live gesehen. Auch heute kann ich mir nur die zweite Halbzeit anschauen, weil ich lange arbeite. Das ist nämlich der grundsätzliche Fehler: Kein Mensch käme auch die Idee, das Endspiel einer Männer-Fußball-EM donnerstags um sechs anzupfeifen. Das Interesse wäre weit größer, wenn man auf die Champions-League-Zeiten gehen würde.

Quelle: op-online.de

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