Schwere Mängel beim Brandschutz

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Kuriose Situation: Während in der Halle Urberach beim Frühjahrsbasar der Kita St. Gallus geradezu gähnende Leere herrschte, drängten sich Hunderte von Menschen im Foyer, weil nur maximal 60 Personen gleichzeitig in der Halle verweilen durften.

Urberach (chz/lö) - Die Halle Urberach darf seit Anfang des Jahres nur noch eingeschränkt genutzt werden, denn ihr Stahlgerüst entspricht nicht mehr den Anforderungen des Brandschutzes. Diese Anordnung des Kreises hat die Stadt aber noch nicht an alle Mieter weitergegeben.

Entsprechend groß war der Verdruss am Samstag beim Frühjahrsbasar des Gallus-Kindergartens.

Im Saal herrschte geradezu gespenstische Leere, während die Warteschlange vom Foyer bis fast auf die Straße reichte. Bewundernswert war die Geduld der Wartenden, die erst stark irritiert, doch dann ohne Murren oft mit Kinderwagen und Kleinkindern in stoischer Ruhe warteten, bis sie einen frei werdenden Platz ergattern und nachrutschen konnten – in die fast leere Halle.

Was war geschehen? Am Donnerstagabend hatte der Fachdienst Bauaufsicht/Technik des Kreises Offenbach die Stadt in einer Mail an Monika Rühr, die Leiterin des Eigenbetriebs Gebäudewirtschaft, daran erinnert, dass die Nutzung der Halle als Versammlungsstätte nur mit Ausnahmegenehmigung gestattet werden kann: Das Dachtragewerk aus den siebziger Jahren verliere bei Feuer zu schnell an Stabilität.

Zeitgleich nur 60 Besucher beim Basar

„Zukünftige weitere Veranstaltungen bitten wir, solange die baulichen Mängel nicht behoben wurden, rechtzeitig zu beantragen“, heißt es in der E-Mail aus dem Kreishaus weiter. Dies bedeutete für den Gallus-Basar, dass maximal 60 Personen gleichzeitig in der Halle sein durften, da eine Ausnahmegenehmigung aus zeitlichen Gründen nicht mehr möglich war. Am Freitag leitete Fachbereichsleiter Gregor Wade die Mail an die Kita St. Gallus und das Pfarrbüro weiter mit der Vorgabe, sich als einzige Möglichkeit der Durchführung des Basars an diese Auflage zu halten: „Seit kurzem ist es der Stadt bekannt, dass aufgrund vorhandener Mängel im Brandschutz die Sporthalle bei Großveranstaltungen nur in Verbindung mit einer Ausnahmegenehmigung durch die Bauaufsicht und mit einer Brandsicherheitswache durch die örtliche Feuerwehr benutzt werden darf.“

Die kurzfristig veränderte Lage bereitete den Basarbetreibern große Probleme: Sie verringerten ihr Aufsichtspersonal auch auf die Gefahr hin, dass keine ausreichende Kontrolle mehr möglich war, um dafür mehr Kunden den Zutritt zu ermöglichen. Sie setzten „Türsteher“ ein, die mit rasch gedruckten „Platzkarten“ immer einer kleinen Gruppe von Kunden Zutritt gewährten und alle anderen vertrösten mussten – was nicht alle Wartenden nachvollziehen konnten und sich unverrichteter Dinge auf den Heimweg machten. Das Basarteam dankt allen geduldigen Kunden und bedauert die Erschwernisse, an denen die Helfer keinerlei Schuld hatten. Die schleppende Abfertigung brachte Umsatzeinbußen für die Verkäufer und damit auch geringere Erlöse für die Kita mit sich.

Sportbetrieb von Auflagen ausgenommen

Die schärferen Auflagen sind der Stadt seit Anfang Januar bekannt. Nach Auskunft des für die Gebäudewirtschaft zuständigen Ersten Stadtrats Alexander Sturm gelten sie nur für Veranstaltungen, der Sportbetrieb ist ausgenommen.

Die Offene Arbeit hatte für ihren „Halli Galli“-Maskenball mit 1 000 Besuchern einen Bauantrag beim Kreis gestellt und eine Brandwache organisiert. Möglich war das, weil die Stadt sie über die Auflagen informiert hatte. „Der Gallus-Basar ist da leider untergegangen“, bedauerte Sturm. Der Elternbeirat konnte nicht mehr groß reagieren und musste mit maximal 60 Anwesenden zufrieden sein. Die Kleiderberge stellen eine erhebliche Brandlast dar, begründete der Kreis diese Grenze, die unter der erlaubten Besucherzahl für beispielsweise Handballspiele liegt.

Quelle: op-online.de

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