Männer in schwarzen Corsagen

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Das Männerballett des KSV Urberach tanzte wie die „Playboy“-Bunnys.

Urberach ‐ Abschiedsstimmung wehte bei der ersten KSV-Fremdensitzung durch den Saal, denn Präsident Sebastian Popp geht in Ruhestand. Von Christine Ziesecke

Die Aktiven seiner Fastnachtsabteilung ließen‘s Popp immer wieder spüren, dass es für ihn aufs selbstgewählte Altenteil zugeht – allen voran die langjährigen Quasselstrippen „Fraa Wirsing unn’ Fraa Limburger“ alias Anna-Maria Schmitt und Hildegard Löbig, die sich vor zwei Jahren schon verabschiedet hatten. Nun kamen sie zu Ehren des scheidenden Präsidenten noch einmal mit ihrem inzwischen runderneuerten Programm aus seiner ersten Sitzung auf die Bühne – eine echte Überraschung, die ihn sichtlich bewegte.

Wie gewohnt erzählten sie aus dem familiären Alltag – ein Thema, zu dem auch Sylvia Geis wieder einiges zu sagen hatte, wenn sie aus dem häuslichen Nähkästchen plauderte. Was unter Mädels so geredet wird, demonstrierte ihre Tochter Ann-Kathrin mit Angela Ziegert als „Lene unn’ Kathrinsche“. Wie schwierig der rechte Umgang mit Fremdwörtern ist, bewiesen „Gertrude Hippenstiel unn’ Elli Wachtelmeier“ alias Helga Bender und Renate San Nicholas.

Viel Humor vor oft ernstem Hintergrund bot Protokoller Bastian Lamprecht. Der Leiter der KSV-Karnevalsabteilung ließ das vergangene Jahr Revue passieren, mit kleinen und größeren Spitzen zum eigenen und zum Nachbarort, aber stets liebevoll und hörenswert. Mit Maximilian Auth und Philipp Köhl waren Nachwuchskarnevalisten von den „Murxx-Brothers“ aus Ober-Roden zu Gast und wurden wie alle Künstler mit Mumbelorden belohnt.

Nach der Käseplatte farbenfrohe Tanzmariechen

Doch nicht nur Büttenreden gab’s, auch wenn sie wie beim „Hobby-Esser“ Sven Rebel in herumgereichte leckere Käseplatten verpackt waren oder wie bei Florian Althaus vor allem die Männer der Schöpfung erheiterten.

Die junge Truppe von „Spirit of Music“ heizte den Narren richtig ein, nicht zuletzt dank ihrer Schlagzeuger. Optisch kamen Mini-, Medi- und Maxi-Garde sowie die Tanzmariechen Svenja Beer und Luisa Martinez in ihren farbenfrohen Kostümen besonders gut heraus, ebenso wie die „Off Rails“, die Jazz- und Modern Dance-Gruppe, die Ausschnitte aus ihrem Turniertanz präsentierte.

Hüttenparty mit der Resi

Wenn’s um Optik geht, sind aber auch die Gymnastikfrauen fast allein schon den Sitzungsbesuch wert: Die Montagsfrauen ließen zur Geisterstunde die Hexen auf ihren Besen reiten, während die Ladykracher diesmal alle ein bisschen Gaga waren – wie sie selbst zur Musik von Lady G. zugaben. Immer wieder ein Höhepunkt der langen Sitzung: das Dibbehäuser Hofballett – „grazile Männer in hautengen Bodys – at it’s best“: Wer wäre nicht restlos hingerissen, wenn die durchaus auch schon etwas an Geist und Körperfülle gereifteren Jahrgänge der Elferräte nebst Freunden als puschelschwänzige rosa-weiße Häschen in schwarzen Corsagen über die Bühne hüpfen?

Doch auch die Fastnachtssänger der KSV-Gesangsabteilung hatten absolut ins Schwarze getroffen: mit einer alpenländischen Hüttenparty, mit der Resi, die tatsächlich auf einem Spiezeugtraktor abgeholt wurde und einem kraftstrotzenden „Anton aus Tirol“ brachten sie den ganzen Saal zum Mitsingen und –klatschen.

Quelle: op-online.de

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