Märkte saugen die Kunden ab

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Die Märktezentren in der Ober-Rodener (Foto) und der Odenwaldstraße ziehen Kunden und Kaufkraft aus den Ortszentren ab.

Rödermark - Die Diskussion um die Aufwertung des Ortskerns von Ober-Roden machte es in den vergangenen Tagen immer wieder deutlich: Geschäftsleute und Politiker setzen große Hoffnungen in das neue Einzelhandelsgutachten. Der Weg zu einer blühenden Mitte ist aber lang und voller Hindernisse. Von Michael Löw

Rödermärker Kunden haben zwar rund 17 Prozent mehr Geld in der Tasche als der hessische Durchschnittseinkäufer und knapp sechs Prozent mehr als die Bevölkerung im Kreis Offenbach. Doch sie geben es lieber in der Nachbarschaft oder Großstädten aus als in Ober-Röder und Urberacher Geschäften.

Experten der Firma BulwienGesa sehen wenig Chancen auf schnelle Besserung. Ihrer Ansicht nach bieten die Ortskerne kaum Entwicklungschancen. Mit schuld daran sind die Märktezentren auf dem ehemaligen Bosch-Gelände und in der Odenwaldstraße. Das Gutachten sagt aber auch, dass diese Zentren auswärtige Kunden nach Rödermark locken.

Der Rödermärker Einzelhandel erwirtschaftete einen Umsatz von 141 Millionen Euro. 42 Prozent davon wandern in die Kassen von Kaufland, OBI, Vögele & Co., weitere 23 Prozent kassieren die Discounter im Ober-Röder Industriegebiet. Einzelhändler und Filialisten in den Ortskernen kommen zusammen auf 25 Prozent sprich: 35,25 Millionen Euro - des Gesamtumsatzes. Der wächst, so BulwienGesa, in den kommenden Jahren allenfalls um drei Prozent - in der Summe und nicht per anno.

Was also tun? Der Zwischenentwurf schlägt zwei gegensätzliche Strategien vor: Entweder müssen die Zentren von Ober-Roden und Urberach gestärkt werden (Wiederbelebung des Zehnthofs in Ober-Roden und des Minimal-Marktes in Urberach). Dann aber hätte ein wie auch immer geartetes Einkaufszentrum am alten Gaswerk in der Mainzer Straße („Projektstandort“) keine Chance mehr. Option Nummer zwei ist nach Ansicht der Gutachter die Weiterentwicklung außerhalb der Ortskerne. Eine Empfehlung an Politik und Gewerbeverein geben die Gutachter aber nicht ab.

Obwohl allein entlang der Hauptstraße in Ober-Roden drei Geschäfte Fernseher und andere Unterhaltungselektronik verkaufen, sieht das Gutachten noch Bedarf für einen Elektronikmarkt. Sonst könne Rödermark nicht mit Dietzenbach (Media-Markt) konkurrieren.

Quelle: op-online.de

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