Magenknurren im Kindergarten?

+
110 der 694 Kindergartenkinder kommen aus Familien, die von Hartz IV oder einem Einkommen.

Rödermark ‐ 110 der 694 Kindergartenkinder kommen aus Familien, die von Hartz IV oder einem Einkommen, das nur knapp darüber liegt, leben müssen. Damit diese Familien über die Runden kommen, zahlt der Kreis die Betreuungsgebühren. Von Michael Löw

Dazu der Kommentar:

Schwache sind das Sparopfer

Die Stadtverordnetenversammlung will ihnen schon seit zwei Jahren mit einem verbilligten Mittagessen helfen, doch ein Prüfungsauftrag an den Magistrat wartet seit Mai 2008 auf seine Umsetzung. CDU und SPD fragten am Dienstagabend im Parlament nach: Die Antworten von Bürgermeister Roland Kern haben ihre Auffassung bestätigt, dass dringend etwas geschehen muss. Denn nur vier dieser 110 Kinder bekommen ein billigeres Essen, der Rest fällt durch jedes Raster.

61 Kindern von Hartz IV-Empfängern finanziert das Sozialamt grundsätzlich nur einen Halbtagsplatz. Und da gibt‘s mittags nichts zu futtern. Für drei Kinder zahlt der Kreis aufgrund besonderer Notlagen einen Ganztagsplatz und für zwei von ihnen auch 60 Euro Essensgeld.

46 Kindern von Eltern mit Mini-Einkommen erstattet das Sozialamt die Gebühren für Zweidrittel- und Ganztagsplätze. Doch nur in zwei Fällen übernimmt der Kreis gelegentlich die Essenskosten. Nämlich immer dann, wenn ihre Eltern die 60 Euro nicht aufbringen konnten und die Stadt Rödermark ein Mahnverfahren eingeleitet hat. Ohne das Geld aus Dietzenbach hätte diesen Kindern mittags der Magen geknurrt.

Kern kündigte an, dass die Fachabteilung Kinder und Jugend in Kürze ihr Konzept für billigeres Essen vorstellt. Im Gespräch seien 50 Prozent Ermäßigung. Die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD, Michael Gensert und Armin Lauer, wollen auch Geld aus der „Stiftung Rödermark“ einsetzen, damit kein Kind hungrig aus einer städtischen Tagesstätte nach Hause geht.

Quelle: op-online.de

Kommentare