Manfred Rebel und Peter Krönke

Der Medizinmann und der Herr der Papiere

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In Manfred Rebels Taschen und Koffern stecken jede Menge Muntermacher für angeschlagene Fußballer.

Ober-Roden - Aus dem Betreuerstab der ersten Fußball-Mannschaft der Turnerschaft sind Peter Krönke und Manfred Rebel nicht wegzudenken. Krönke kümmert sich um den Spielberichtsbogen und die Schiedsrichterbetreuung, außerdem verfügt er daheim über ein riesiges TS-Archiv. Von Sascha Eyßen 

Rebel ist unter anderem bei Verletzungen für die Erstversorgung zuständig, von den Spielern wird er gerne „Medi-Manni“ genannt. „Mir macht es vor allem Spaß, dass ich immer mit jungen Leuten zu tun habe“, sagt Manfred Rebel, der 350 Spiele für die erste und zweite Mannschaft der TS bestritten hat. Nachdem eine Verletzung seiner Kicker-Laufbahn ein Ende setzte, schlüpfte der heute 66-Jährige in die Rolle des Mannschaftsbetreuers.

Diesen Job macht er mittlerweile seit 33 Jahren. „Ich freue mich immer wieder, wenn ich jemand helfen kann“, so Rebel. In seinem Koffer befinden sich unter anderem Eisspray, Eisbeutel, Salben gegen Prellungen und Verstauchungen sowie Schmerztabletten. Während Rebel hofft, dass er diesen Teil des Kofferinhaltes möglichst wenig benötigt, holt er die Flaschen mit einem von ihm zusammengestellten Mix aus Elektrolytgetränken und Apfelsaftschorle gerne heraus. Der „Zaubertrank“ ist bei den Spielern schließlich sehr beliebt.

Im Laufe der Jahre hat sich Rebel immer mehr Kenntnisse für seinen Job als Mannschaftsbetreuer angeeignet. Unter anderem legt er Tapeverbände an. Gerne stellt Manfred Rebel auch seinen Kraftraum daheim den Spielern für ein Sondertraining zur Verfügung.

Gute und schlechte Erinnerungen

Natürlich fühlt er umso mehr mit, wenn er aus nächster Nähe zusehen muss, wie es zu schweren Verletzungen kommt. Wie erst kürzlich, als sich Torhüter Niklas Stenglein beim Rödermark-Turnier zum wiederholten Male eine schwere Knieverletzung zuzog und nun wohl seine Laufbahn beenden muss.

Auf dem Sportplatz kümmert sich Peter Krönke um Formalien wie den Spielberichtsbogen, daheim hat er ein großes TS-Archiv.

Die jüngsten Meisterschaften der TS (2010 Kreisboberliga, 2012 Gruppenliga) hat Manfred Rebel natürlich in guter Erinnerung. Zu Verbandsliga-Zeiten spielte die Mannschaft von Trainer Zivojin Juskic in den beiden vergangenen Jahren oben mit, in der neuen Saison zählte die TS vor dem verpatzten Saisonstart zum erweiterten Favoritenkreis. Die schon vor der Runde abgegebene Prognose von Manfred Rebel scheint sich zu bestätigen „Die Verbandsliga ist in diesem Jahr sehr stark.“ Das hat auch Peter Krönke beobachtet, der 560 Mal für die erste und zweite Mannschaft auf dem Platz stand. Der inzwischen 67-Jährige lief im Herbst 1954, dem Gründungsjahr der Fußballabteilung, erstmals für die TS auf. Er war neben und nach seiner aktiven Laufbahn auch Jugendtrainer und Trainer der Reserve.

Riesiges Archiv über die TS-Historie

In den achtziger Jahren gewann er mit der Reserve fünf Meisterschaften hintereinander. Nun ist er schon viele Jahre Betreuer bei der ersten Mannschaft, kümmert sich hier unter anderem um den Spielberichtsbogen und die Pässe. Zudem ist die Schiedsrichterbetreuung seine Aufgabe. Nicht nur mit den aktuellen TS-Spielern kennt sich Krönke, der auch bei fast jedem Training dabei ist, bestens aus.

Es gibt niemanden, der einen besseren Einblick in die TS-Fußball-Historie hat. Daheim verfügt er nämlich über ein riesiges Archiv. In den Ordnern finden sich unter anderem Informationen über Spiele der ersten Mannschaft, seitdem diese im Jahr 1958 den Spielbetrieb aufgenommen hat. Nach der Gründung der Abteilung 1954 hatte es bei der TS zunächst erst einmal nur Jugendmannschaften gegeben. Mannschaftsaufstellungen, Torschützen, Zeitungsberichte und Bilder hat Krönke feinsäuberlich abgeheftet. Der 67Jährige führt genau Statistik, unter anderem kann er sagen, wieviele Spiele ein Akteur für die TS bestritten hat. Ein Extra-Buch gibt Auskunft darüber „Das ist ein Haufen Arbeit“, sagt Krönke, der seine Statistiken von Hand führt und auf Computerunterstützung verzichtet. „Das ist einfach ein Hobby von mir, mit dem ich irgendwann mal angefangen habe“, sagt Krönke, der neben seinen Spielen für die TS auch noch 327 Mal für den FSV Groß-Zimmern auflief.

TS Ober-Roden gewinnt Derby gegen Urberach

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Krönkes Archiv ist übrigens nicht nur auf die Turnerschaft beschränkt. Es beinhaltet unter anderem auch alle Spiele der Offenbacher Kickers seit 1942, Europacuppartien und Spiele der deutschen Nationalmannschaft sowie die Hessenligaspiele der Germania, der Viktoria und des KSV in den sechziger Jahren. Aus den Sechzigern stammt auch das sportliche Ereignis, an das Peter Krönke sich am liebsten erinnert, nämlich die erste Meisterschaft der TS in der damaligen B-Klasse. Ein weiterer Höhepunkt war sein Auftritt als 17-Jähriger in der Schalker Glückaufkampfbahn. Die A-Jugend der Turnerschaft bestritt damals gegen die B-Jugend der Schalker das Vorspiel der Partie Schalke gegen die Frankfurter Eintracht. Die TS gewann gegen die jüngeren Gastgeber mit 1:0.

Quelle: op-online.de

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