Nur Tropfen auf dem heißen Stein

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Baugleich entsteht auch in der Urberacher Bruchwiesenstraße ein Kindergarten für die Altersgruppe zwischen einem und drei Jahren.

Rödermark (lö) - Noch nicht fertig und schon wieder viel zu klein: Das ist die ernüchternde Erkenntnis in Sachen U3-Betreuung. Die Stadt baut in der Carl-Zeiss- und in der Bruchwiesenstraße zwei Mini-Kindergärten mit zusammen 60 Plätzen.

Träger sind der Verein für Erziehungs- und Familienfragen (VEF) in Ober-Roden und die Johanniter in Urberach.

„Auf unserer Warteliste stehen 75 Kinder“, stöhnte gestern die Vorsitzende der VEF-„Mini-Kids“, Sabine Weber. Der Kindergartenverein zieht am 2. April mit 30 Ein- bis Dreijährigen ein. Doch 24 der Knirpse betreut der VEF derzeit schon in der Odenwaldstraße und der Halle Urberach, ganze sechs Plätze stehen neuen Kindern zur Verfügung.

Quote allenfalls ein theoretischer Wert

Allein die Warteliste des VEF würde also zweieinhalb neue Mini-Kitas füllen. Sabine Webers Zahlen bestätigen offenbar, was Erster Stadtrat Alexander Sturm schon im Herbst prophezeit hatte: Die 35-Prozent-Quote, die der Bund den Kommunen ab 2013 vorschreibt, ist allenfalls ein theoretischer Wert, mit dem die Bundesregierung ihre finanziellen Pflichten begrenzt. Sturm geht davon aus, dass auf mittlere Sicht 80 Prozent der Eltern einen Betreuungsplatz für ihren Nachwuchs suchen. Einen Rechtsanspruch darauf haben sie ja.

Die „Mini-Kids“ des VEF sind Träger der neuen Tagesstätte in der Carl-Zeiss-Straße. Vorsitzende Sabine Weber erkundigte sich gestern nach dem Stand der Dinge. Die Handwerker müssen mächtig Gas geben, denn am 2. April will der Mini-Kindergarten seinen Betrieb aufnehmen. Der Umzug soll in der letzten Märzwoche vonstatten gehen.

Verschärft wird der Mangel durch eine Vorschrift des Landes, das die Gruppenstärke in diesen Einrichtungen ab September von zwölf auf zehn senkt. So gehen in den Rödermärker Neubauten ein Dutzend Plätze verloren. Trotz dieser Widrigkeiten ist Sabine Weber guter Dinge. Die „Mini-Kids“ haben in ihren neuen Heimat täglich von 7.30 bis 17 Uhr offen und kommen so den Betreuungswünschen Berufstätiger entgegen. Jede der drei Gruppen ist mit 2,5 Erzieherinnenstellen besetzt. Der Ganztagsplatz kostet 270 Euro. Der Flughafenbetreiber Fraport kündigte gestern 1 500 Euro für die Einrichtung an. Die Spende ist auch dringend nötig, denn viele der alten Möbel sind reif für den Sperrmüll, die Freiluft-Spielgeräte bekommen nach dem Umzug keine TÜV-Plakette mehr. Sabine Weber hofft, dass noch mehr Firmen oder Stiftung dem Beispiel der Fraport folgen. Die „Mini-Kids“ brauchen unter anderem Wickelkommoden und kleinkindgerechte Sitzmöbel, pädagogisches Spielzeug oder Jalousien. Auch ein Lastwagen für den Umzug ist willkommen. Unter  01577/1951436 freut sich die Vorsitzende über Geld- und Sachspenden.

Quelle: op-online.de

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