Marke als Geburtstagsgruß

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Der Motor des Rödermärker Briefmarkenvereins Klaus Karius (links) kurz vor der Eröffnung der großen Ausstellung im Foyer der Kulturhalle.

Ober-Roden ‐ „Mit 20 Jahren sind wir ja noch ein sehr junger Verein, drum gibt’s nur ein Gläschen Sekt und keine große Festschrift“, erläuterte Klaus Karius, der langjährige Vorsitzende des Briefmarkensammlervereins Rödermark, in der Kulturhalle. Von Christine Ziesecke

Ganz so sparsam war‘s denn doch nicht, denn zum Geburtstag hatte er dem Verein einen Sonderstempel beschert, eine zweitägige gut bestückte Ausstellung und zudem die halbjährliche Sitzung der Regionalvertreter mit einem Festvortrag.

Der schmucke Sonderstempel anlässlich des 20. Geburtstags des Vereins: werbewirksam für den Verein wie für die Stadt.

24 Sammlungen hatte der Verein als Spektrum der breit gefächerten Sammelgebiete zusammengetragen, dazu kamen sechs Jugendsammlungen. Mit einem Fragebogen konnten die Gäste die Gestaltung und die Inhalte bewerten. Geburtstagsbesuch bekamen die Rödermärker Sammler von befreundeten Vereinen aus der Umgebung. Zudem hatten sie das Erlebnisteam der Deutschen Post zu Gast, das vor allem anlässlich des offiziellen Tags der Briefmarke ebenfalls einen Sonderstempel mitgebracht hatte.

Inzwischen zwölf Sonderstempel

„Bis 1990 gab es im Ort nur zwei Sonderstempel: anlässlich der Jubiläen 700 Jahre Urberach und 1200 Jahre Ober-Roden“, erinnerte Klaus Karius. 1994 dann kam der erste echte Sonderstempel des Vereins zur Jugendveranstaltung „Struwwelpeter“ im Bücherturm; inzwischen hat sich die Zahl auf zwölf erweitert.

„Sonderstempel kann man als Verein bei besonderen Veranstaltungen in Weiden zentral beantragen. Das Stempelmotiv entwirft der Verein selbst. Und das kostet: etwa 230 Euro an die Post für die Genehmigung, weitere 200 Euro beim Stempelhersteller für das Umsetzen in die Normen. Danach ist es möglich, dass ein Team der Post vor Ort kommt und dort den Stempel abschlägt oder der Verein selbst die gestempelten Ganzsachen ausgibt.

Über 100 Belege hat Klaus Karius vom neuen Geburtstagsstempel schon bundesweit verschickt. Die Rarität ist noch vier Wochen bei der Deutschen Post AG Philatelie erhältlich. Schickt man eine frankierte Postsache hin, kommt sie auf Wunsch im Umschlag oder „echt gelaufen“ zurück. Heutzutage sind fast nur noch echt gelaufene, also von der Post beförderte Poststücke mit Codierung darauf als Sammlerobjekte interessant.

Oft gibt Opa das Hobby an den Enkel weiter

Der Briefmarkensammlerverein Rödermark hat zur Zeit 40 erwachsene und neun jugendliche Mitglieder, von denen nur drei wirklich aktiv sind. Rund 20 bis 25 Sammler kommen zu den regelmäßigen Tauschtagen, von Anfang an waren diese Zahlen etwa gleich. „Die normalen Abgänge fangen wir meist durch persönliches Engagement auf.“ Leider kam in diesem Schuljahr die langjährige von Karius selbst geleitete Schul-AG in den 3. und 4. Klassen aufgrund von Stundenplanproblemen nicht mehr zusammen.

Häufig wird die philatelistische Leidenschaft vom Opa auf den Enkel übertragen, so auch bei Familie Karius. Zusammen mit seinem Opa hatte Enkel Tom in den Herbstferien die Tafeln der Sammlung „Eisenbahn im Wandel der Zeit“ gestaltet. Der Rundgang durch die Sammlungen zeigte neben dem aktuellen Thema „Tag der Briefmarke in Deutschland“ auch ein besonders interessantes, seltenes und auch berührendes Thema: „Die Integration der Menschen mit Behinderungen.“

„Labels“ sind die Zukunft

Realistisch sieht Klaus Karius die Zukunft der Philatelie: Selbst gestaltete Marken, so genannte Labels, die zu besonderen Werbezwecken als Privatpost etwa übers Internet gestaltet und inzwischen sogar mit Sonderstempeln versehen werden können, nehmen zu. „Das wird wohl unsere Zukunft sein. Die Labels werden die Briefmarken kaputt machen!“ Bis dahin präsentiert sich der Verein jedoch 20 Jahre jung und vor allem dank seinem Vorsitzenden und dessen Team höchst rührig.

Quelle: op-online.de

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