Mega-Greifer kappt Bäume

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Bis zu 24 Meter weit kann Deutschlands einziger Autokran-Harvester in den Wald hineingreifen, um die Bäume zu packen, die er fällt.

Urberach - Die gigantische grüne Hand greift zunächst sachte zu, doch dann demonstriert sie ihre ganze Kraft: Mit einem dumpfen Krachen knickt sie drei Robinien, dick wie ein Sportleroberschenkel, einfach ab und legt sie an den Wegrand. Von Michael Löw

Doch das ist nur das Vorgeplänkel für eine Aktion, die im trockenen Amtsdeutsch Verkehrssicherungsmaßnahme heißt.

Rund 40 ausgewachsene Kiefern ließ das Forstamt Langen gestern im Urberacher Stadtwald an der Dreieichbahn fällen. Die Stürme der beiden vergangenen Winter und der Gewittersturm von Ende August hatten ihrer Standhaftigkeit arg zugesetzt. Die bis zu 30 Meter hohen Bäume drohten, beim nächsten heftigen Wind auf die Schienen zu fallen, erläuterte Revierförsterin Gabriele Rutschmann-Becker.

Bilder der Holzfällarbeiten an der Dreieichbahn

Holzfällarbeiten an der Dreieichbahn

Der Autokran-Harvester der Firma MB-Baumdienste, ein laut Inhaber Matthias Bauer einzigartiges Fahrzeug in ganz Deutschland, machte die Bahnkilometer zehn bis elf wieder sicher. Und den parallel zu den Gleisen verlaufenden Radweg auch. Der Greifer packte in halber Höhe der Bäume zu und sägte die Krone ab. Dann kam der untere Teil des Stammes an die Reihe. War der zu dick, hielt der Harvester ihn fest, und ein Waldarbeiter setzte ganz klassisch die Motorsäge an.

Diese Riesenhand macht selbst 70 Zentimeter dicke Stämme zu Kleinholz. Oben greifen drei stählerne Finger unbarmherzig zu, unten tut die Kettensäge ihr Werk.

„Wir lassen die Stämme möglichst lang, damit wir sie noch mit Gewinn verkaufen können“, sagte Urberachs Revierförsterin Rutschmann-Becker. Auch die Stämme der Robinien und das Gestrüpp verschwinden in den nächsten Tagen. Diese Reste werden zu Holzschnippseln verarbeitet.

Bei den Profis war Sicherheit oberstes Gebot: Helm, Schnittschutzanzug, respektvoller Abstand zur Maschine. Was man von Spaziergängern, Radfahrern und Joggern gestern nicht unbedingt behaupten konnte. Die quetschten sich zwischen Harvester und Gleisen durch, während quasi über ihren Köpfen die Mega-Motorsäge ihre Arbeit verrichtete.

Quelle: op-online.de

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