Mehr Platz zum Bummeln und Kaufen

Ober-Roden - (lö) Pflaster auf Rathaus-, Kirch- und Marktplatz sowie auf Bürgersteigen und Parkplätzen, viele Bäume, eine schmalere Fahrbahn, ein Stück künstlicher Bachlauf, diverse Kosmetik am Marktplatz: So stellt sich Stadtplanerin Karin Begher Ober-Rodens neue Mitte vor. Am Mittwochabend erläuterte sie ihr Konzept in einer Sondersitzung des Bauausschusses.

Die Umgestaltung soll mit Geld aus dem Konjunkturpaket finanziert werden. Voraussetzung: Die Stadt muss den Auftrag noch dieses Jahr vergeben.

Verbesserung der Aufenthaltsqualität - vor allem für Nicht-Autofahrer - lautete Karin Beghers erklärtes Ziel. Dazu will sie an der bis zu 6,90 Meter breiten Fahrbahn von Dieburger und Frankfurter Straße ein Stück abzwacken: Fünf Meter Asphalt und jeweils 50 Zentimeter befahrbare Pflasterrinne auf beiden Seiten reichen nach ihren Erfahrungen auch für die Begegnung zweiter Linienbusse. Die Parkplätze würde Karin Begher auf das Niveau der Bürgersteige anheben, um den schmalen Fahrbahncharakter zu betonen.

Zwischen der Einmündung der Trinkbrunnenstraße und der Ringpassage wären dann durchgehend zwei Meter Platz, auf denen Fußgänger ungestört flanieren können.

Der Marktplatz, so Karin Begher, „ist zu dunkel, um wirklich attraktiv zu sein“. Sie schlägt deshalb vor, die Hälfte der Bäume zu fällen und die Schulstraße zur Sparkasse hin zu schwenken. Dadurch hätten die Geschäfte auf der Nordseite Raum für belebende Freiluftaktivitäten.

Dermaßen umgebaut, hätte Ober-Rodens Zentrum sogar zehn zusätzliche Parkplätze am Straßenrand. 23 weitere entstehen, wenn die Stadt ein leeres Grundstück in der Glockengasse kauft - eine Forderung des Gewerbevereins.

Dessen Vorsitzender Manfred Rädlein begrüßte die Pläne. Das Pflastern der Straße - und damit die von Geschäftsleuten befürchtete Sperrung über Monate hinweg - habe sich damit erledigt. Einer Ortskern-Umgestaltung mit Platz zum Bummeln und Parken sowie einer ansprechenden Optik ständen die Einzelhändler positiv gegenüber.

Wie lange der Umbau dauert, konnte Herbert Rupp vom Tiefbauamt nicht sagen. Das hänge vom Zustand der unterirdischen Versorgungsleitungen und -kabel ab.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Armin Lauer warnte trotz des Zeitdrucks vor Aktionismus. Vor einem so gravierenden Eingriff ins Ortsbild müssten Anwohner und Geschäftsleute an der Planung beteiligt werden. Lauer hat zudem Bedenken, die Sanierung auf diesen Teil Ober-Rodens zu beschränken. Die Menschen zwischen Rathaus und Bahnhof seien ja auch keine schlechteren Bürger. Und vor einer Lösung der Schranken-Frage - die SPD liebäugelt ja immer noch mit einer Unterführung der Dieburger Straße - dürften keine Fakten geschaffen werden.

Quelle: op-online.de

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